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Brandenburg schwächt seine Klimaziele für 2030 ab zugunsten der Braunkohle

Die Lausitz war in den vergangenen Jahren immer wieder Schauplatz von Protestaktionen gegen Braunkohle. 2016 und 2015 besetzten Aktivisten im Rahmen von Ende Gelände Tagebaue und Kraftwerke, 2014 wurden von der Abbaggerung bedrohte Dörfer in Polen und Deutschland mit einer riesigen Menschenkette vereint. Proteste dieser Art sind dringend notwendig, denn Braunkohle verdreckt die Luft, vertreibt Menschen und zerstört ganze Landstriche wie kein anderer Energieträger. Das Lausitzer Braunkohlerevier in Brandenburg und Sachsen ist eines der größten Braunkohleabbaugebiete Deutschlands. Das soll auch so bleiben, wünscht sich die Brandenburgische Landesregierung. Diese will nun die Klimaschutzziele für das Jahr 2030 senken. Statt den Kohlendioxidausstoß um 72 Prozent zu reduzieren im Vergleich zu 1990, soll jetzt nur noch ein Minus von 55 bis 62 Prozent angestrebt werden. Heißt also, mehr als 10% CO2-Ausstoß, der nicht sein dürfte. Welche Auswirkungen hat das auf die Klimaziele von ganz Deutschland, wenn sich ausgerechnet Brandenburg quer stellt? Darüber und mehr haben wir uns mit Michaela Kruse unterhalten. Sie ist Klimaschutzreferentin beim BUND Brandenburg und erklärte uns zunächst, wie die Entscheidung der Landesregierung zustande kam.