Buch „Die Außenseiter“ über Migrationsbewegungen der Neuzeit

Der Historiker Philip Ther beleuchtet in seinem Buch "Die Außenseiter", europäische Fluchtbewegungen der Neuzeit und den Umgang der Bevölkerung damit. Er geht hierbei auf den Begriff der Solidaritätslinien ein. Er unterscheidet hierbei drei Solidaritätslinien. erste ist die religiöse oder konfessionelle Solidarität: Sie hat sehr geholfen, Flüchtlinge mit einer anderen Muttersprache aufzunehmen und langfristig zu integrieren. Ein Beispiel dafür waren die Hugenotten, die im 16. und 17. Jahrhundert in mehreren Ländern aufgenommen wurden. Eine zweite große Gruppe war jene, die vor radikalem Nationalismus oder ethnischen Säuberungen fliehen musste. Hier war es wichtig, dass die aufnehmende Gesellschaft die Flüchtenden als Landsleute begriffen hat, das ist die nationale Solidaritätslinie. Als dritte Solidaritätslinie sieht er die politische Solidarität, die sich besonders deutlich im Kalten Krieg zeigte. Hier handelte es sich meist um Menschen anderer Nationalität und Religion, denen aber geholfen wurde, weil sie vor dem Kommunismus und - aus westlicher Sicht - vor totalitären Diktaturen flohen. Die Geflüchteten der heutigen Zeit, die aus Syrien und Irak, die vor dem Gewaltregime des Diktators Assad, dem sogenannten Islamischen Staat oder allgemein dem Bürgerkrieg flohen, müssten demnach zumindest als politische Geflüchtete in der Bevölkerung anerkannt werden. Jedoch gibt es seitens der Bevölkerung für diese Geflüchteten heutzutage keine klare Solidaritätslinie. Wir sprachen im Interview mit Philip Ther über die Entwicklungen des Umgangs mit Geflüchteten in Europa in der Gesellschaft und in der Politik.


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