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Buch: Verheerende Bilanz – Der Antisemitismus der Linken

Verheerende Bilanz: Der Antisemitismus der Linken, so heißt das Buch, welches auch erst seit letzten Monat zu kaufen ist. Das Buch zeigt Gesprächsauschnitte von Klaus Rózsa, Jahrgang 1954, und Wolfgang Seibert, Jahrgang 1947. Beide vereint eine aktivistische, linksradikale und jüdische Biografie, die immer wieder von Zweifeln an und Brüchen mit der Linken geprägt war und es bis heute ist. Aktiv waren sie u.a. in militanten, antiimperialistischen und antizionistischen Zusammenhängen und haben dabei auch Positionen vertreten, die sie heute vehement kritisieren. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten und ausgelöst u.a. durch Aktionen militanter Gruppen distanzierten sie sich von diesen und setzten sich kritisch in Bezug zum Weltbild des Antiimperialismus. Nichtsdestotrotz definieren sie sich heutzutage als linksradikal und aktivistisch und sind in zahlreichen Initiativen aktiv. Ihre politischen Analysen der Gegenwart beruhen auch auf ihren biografischen Erfahrungen mit verschiedenen Formen des Antisemitismus inner- und außerhalb der Linken. Dazu gehören nicht zuletzt Reflexionen über die eigenen Familiengeschichten. Auf Grundlage einer Reihe von Veranstaltungen, Interviews und Gesprächen entstand dieses Buch, welches eine Vielzahl von Themen und zugehörigen Geschichten beinhaltet.

Am 7. Juni im Connie Island in Leipzig wird um 19 Uhr wieder eine solche Veranstaltung zwischen den beiden Gesprächspartnern Klaus Rózsa und Wolfgang Seibert stattfinden. Wir haben vorher mit Wolfgang Seibert gesprochen über eigene persönliche Erfahrungen, die im Buch auch teils vorkommen. Zunächst fragten wir ihn wie er in seiner Jugend politisiert wurde.