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Demokratieferne Räume? Wahlkreisanalyse zur Bundestagswahl 2017

Seit der letzten Bundestagswahl sitzt die AfD nun auch im Bundestag - mit 92 Sitzen. Die Wahl ist mittlerweile über zwei Montate her, die Zeit der Wahlanalysen ist damit aber noch nicht vorbei. Bislang wurde der hohe Wahlerfolg der AfD überwiegend als Protestwahl gedeutet. Deshalb blickten die Analysen oft auf sozioökonomische Ursachen wie Arbeitslosenquote und Einkommen. Der AfD-Erfolg als Ausdruck von Protest der abgehängten Milieus. Dass diese Erklärung unzureichend ist, das zeigt eine Studie der Amadeu-Antonio Stiftung auf, die kürzlich in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Thüringen veröffentlicht wurde. Bei der Studie mit dem Titel "Demokratieferne Räume?" handelt es sich um eine Wahlkreisanalyse, die vor allem die politische Kultur in den Blick nimmt. Dabei wird deutlich, dass der Wahl-Erfolg der AfD in Zusammenhang mit dem politischen Klima der Region steht. Dort, wo die NPD bei früheren Wahlen Erfolge verzeichnete, wurde die AfD besonders stark gewählt. Das selbe gilt für Regionen, in denen es einen hohen Prozentsatz an Nichtwählern und Nichtwählerinnen gab. Wie dieser Zusammenhang mit dem AfD-Wahl-Erfolg zu erklären ist, und wie die Analyse erarbeitet wurde, darüber sprachen wir mit einem der Autoren der Studie, mit dem Soziologen Christoph Richter.