Nachhören

Der Dokufilm „Montags in Dresden“ – ein wohlwollendes Portrait von Pegida

Auf dem DOK Leipzig wurde der Film "Montags in Dresden" von der Dokumentarfilmerin Sabine Michel gezeigt. Der Film ist ein initmes Portrais dreier Pegida-Protagonisten, unter anderem von dem Pegida-Mitbegründer René Jahn. Die Filmemacherin hat die Pegida-Protagonisten über drei Jahre lang in ihrem Alltag und bei den Pegida-Demonstrationen begleitet. Herausgekommen ist Personenportrait, das nicht versucht einzuordnen oder zu erklären.

Soweit so interessant - zumindest für die Leitung des DOK Leipzig, die den Film für zwei Preise nominiert hatte. Zu dem Filmscreeening in der Osthalle im Leipziger Hauptbahnhof wurden Auseinandersetzungen zwischen Pegida-Anhängern und Gegenern bzw Kritikern befürchtet. Doch für Kritik und Missstimmung sorgte an dem Abend nicht die Publikumszusammensetzung sondern der Film und dessen Machart selbst. In einer Diskussion nach dem Film äußerten viele Zuschauer*innen ihr Unbehagen mit der darstellerischen Form im Film. Der Dokufilm würde keine Gründe für Pegida liefern, wie es das Ansinnen der Filmemacherin war. Der Film fordert vielmehr Verständnis für die Ängste, die Sorgen und die Wut der Pegida-AnhängerInnen ein. Die Filmemacherin zeige zu wenig Distanz und präsentiere Pegida in einer affirmativen Weise - so die Kritik vieler Zuschauer*innen. Wie der Abend verlief und wie die Kritik am Film begründet wird, dazu sprachen wir mit Irina vom Aktionsneztwerk Leipzig nimmt Platz.