Nachhören

Die G20-Prozesse – politische Urteile mit drakonischen Strafen

Der G20 Gipfel hat auf vielen Ebenen ein Nachspiel. Auf der juristischen Ebene laufen seit Ende August die Prozesse gegen G20-Protestler und Beteiligte an den Krawallen. Bislang gab es schon über 13 solcher Prozesse - die meisten Angeklagten haben verhältnismäßig harte Strafen erhalten. Vor allem das erste Urteil sorgte für erschrockene Reaktionen: Ein junger Niederländer wurde zu 2 Jahren und sieben Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Er hatte eine Flasche auf Polizisten geworfen und sich bei der Ingewahrsamnahme den Polizisten verweigert. Das Urteil war härter, als von der Staatsanwältin gefordert. Dies ist nun schon 3 Monate her. Bei den darauf folgenden Prozessen plädierten die Angeklagten zumeist auf schuldig. Inwiefern dies mit dem ersten abschreckenden Urteil zu tun hat, darüber sprachen wir mit Matthias Wisbar. Wisbar ist Rechtsanwalt aus Hamburg und war beim anwaltlichen Notdienst zum G20 tätig. Er ist ebenfalls Verteidiger in einem G20-Fall, der diese Woche begann. Zuerst haben wir ihn gefragt, inwiefern sich der G20-Prozess unterscheidet von anderen Prozessen an denen er beteiligt war.