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Rechtsextreme aus Frankreich sollen 2011 Mord an Hervé Rybarczyk begangen haben

In Frankreich sollen Rechtsextreme im Jahr 2011 einen Mord begangen haben. Damals wurde der 42-jährige Sänger einer Punkband, Hervé Rybarczyk, in Lille erst geschlagen und dann in einen Fluss geworfen. Die Polizei ging von Selbstmord aus. Durch andere Ermittlungen kam nun aber die Vermutung auf, dass es sich um einen Mord von Rechtsextremen handeln könnte, das berichtete der Blog Störungsmelder von „Zeit Online“. Ende April wurden daraufhin drei Rechtsextreme wegen der Tat in Untersuchungshaft genommen. Über den aktuellen Erkenntnisstand und die Schnittmengen zur Identitären Bewegung und zu anderen rechten Gruppierungen in Frankreich sprach Radio CORAX mit dem Autor und Journalisten Bernhard Schmid.

Bernhard Schmid erläutert in dem Gespräch, dass es Verbindungen zwischen den drei nun festgenommenen Neonazis und der Identitären Bewegung gibt. Er sagt, „diese Verbindungen sind politisch wichtig, weil sie scheinbare Trennlinien im rechtsextremen Lager fallen lassen.“ Einer der drei Rechtsextremen im Fall Hervé Rybarczyk sei Mitglied der bereits 2013 verbotenen Gruppierung „Der Dritte Weg“ gewesen. Diese Stiefelnazi-Gruppe habe sich im Haus der Identitären Bewegung in Lille getroffen. Zusammen mit der Identitären Bewegung seien sie außerdem im Raum Lille in einer gemeinsamen Gruppierung zusammengeschlossen gewesen, die „Solidaristische Volksfront“ hiess. Auf diese Überschneidungen der Gruppierungen wird jetzt durch den Mordfall genauer geschaut.