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Eine internationale Untersuchungskommission zur Aufklärung des Falls von Oury Jalloh

12 Jahre ist es nun schon her, dass Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle verbrannt ist. Und seit 12 Jahren ist der Fall ungeklärt. Die Ermittlungen gehen nun in eine neue Runde. Die Auswertung eines Brandversuchs, der vergangenes Jahr unternommen wurde, lässt die Staatsanwaltschaften an der selbst aufgestellten These, Jalloh habe sich selbst angezündet, zweifeln. Jalloh war an Händen und Füßen gefesselt, als das Feuer in der Zelle ausbrach und ihn auf der Matratze liegend verbrannte.

Die Ermittlungen sollen nun in Richtung der These gehen, dass es eine Einwirkung Dritter gegeben haben muss. Wurde Jalloh vorher misshandelt und zur Vertuschung angezündet? Ja. Davon ist die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh überzeugt. Mehrere unabhängige Gutachten der Initiative haben dies bestätigt. "Oury Jalloh, das war Mord" ist der Leitspruch der Initiative. Die neuen Wendungen in den Ermittlungen zum Fall Oury Jalloh nimmt die Initiative skeptisch auf. Etwa, dass die Staatsanwaltschaft Halle die Ermittlungen von Dessau übernommen hat. Noch vor einem Jahr kritisierte die Initiative auch den Aufbau des Brandversuchs als ungenau. Nun soll der Versuch dazu geführt haben, dass die Justiz neue Ermittlungsfragen aufwirft. Hat der Brandversuch damit doch etwas bewirken können?

Wir sprachen mit Nadine von der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh über die Frage, ob der Brandversuch doch noch eine Art Erfolg gehabt hat. Wir fragten sie auch, was hinter der Ankündigung der Initiative steckt, eine internationale Untersuchungskommission gründen zu wollen.