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Flüchtlingsräte fordern Schutzkonzepte für Unterkünfte

Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Übergriffen in Flüchtlingsunterkünften. In den Meldungen geht es dabei häufig um gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Bewohnenden. Kaum öffentlich bekannt werden Vorfälle, in denen die Gewalt von den Betreuenden ausgeht. Der MDR hat nun zwei solcher Vorfälle bekannt gemacht. In zwei Flüchtlingsunterkünften im Harz in Sachsen-Anhalt sollen Betreuer immer wieder Bewohner angegriffen haben. In einer Unterkunft für minderjährige Geflüchtete in Bad Suderode soll das Personal gewaltsam gegen junge Bewohnende vorgegangen sein. Ähnliche Meldungen gibt es aus der Gemeinschaftsunterkunft in Wendefurth. Die Vorfälle, die durch den MDR aufgedeckt wurden, zeugen von verstörenden Taten. Die Heimleitung und die lokalen Behörden leugnen die Anschuldigungen. In der Region herrscht ein Kartell des Schweigens - das meint Stefanie Mürbe, Sprecherin des Flüchtlingsrates Sachsen-Anhalt. Sie prangert an, dass Geflüchtete sich oft nicht trauen, die erfahrene Gewalt zur Anzeige zu bringen. Der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt fordert als Reaktion gemeinsam mit dem Flüchtlingsrat Sachsen und Thüringen ein Schutzkonzept für Gemeinschaftsunterkünfte. Mit diesem sollen unter anderem Vorfälle zur Anzeige gebracht und unabhängig untersucht werden. Wir sprachen mit Stefanie Mürbe über die Vorfälle in Sachsen-Anhalt und das vorgeschlagene Schutzkonzept.