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Geflüchtete in der Politischen Theorie – Von der Figur des Verlustes zum politischen Subjekt

Spätestens seit dem sogennanten "Sommer der Migration" bestimmt die Fluchtbewegung die deutsche und europäische Grenzpolitik. Über den Akteur dieser Bewegung wird dabei meist nur in Form von Zahlen und Statistiken geredet: den Flüchtling. Mit der größten Flüchtlingsbewegung seit dem zweiten Weltkrieg, wird das Thema Flucht auch in der Politischen Theorie relevanter. Dabei tritt die Figur des Flüchtlings nicht erst während der letzten Jahre vermehrt auf den Plan. Vor ihrem eigenen Hintergrund als Geflüchtete, beschäftigte sich schon Hannah Arendt mit Flucht und Migration aus einer politiktheoretischen Perspektive. Wir unternehmen einen Ausflug in die Politische Theorie und schauen erst auf die Konzeption von Hannah Arendt, um von dort aus darauf zu gucken, wie die Figur des Flüchtlings heute beschrieben werden kann. Dabei blicken wir auf Begriffe wie Staatsbürgerschaft, Menschenrechte und Revolution. Die Politische Theorie bietet genug Begriffe und Instrumente, um den Menschen hinter der Flucht gerecht zu werden und vor allem ihr politisches Potential zu beschreiben. Das beweist auch Julia Schulze Wessel (TU Dresden) mit ihrem Konzept des Geflüchteten als Grenzfigur, der als politisches Subjekt Grenzregime sichtbar macht, herausfordert und transformiert.