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Strategien gegen rechte ArbeiterInnen – eine populare Klassenpolitik

In vielen europäischen Ländern sind rechtspopulistische Parteien auf dem Vormarsch. Rechtspopulisten stellen in Ungarn und Polen bereits die führende Regierungspartei. Und auch Deutschland stellt keine Ausnahme mehr dar. Mit dem Erfolg bei den Landtagswahlen der vergangenen zwei Jahre hat sich die rechtspopulistische Alternative für Deutschland als bundesweite Kraft etablieren können. Der neue Rechtspopulismus ist dabei nicht nur bei Erwerbslosen, sondern er auch bei Arbeitern und Arbeiterinnen verankert. Sie gehören zu den Hauptwählern der Rechtspopulisten. Und das, obwohl das Programm vieler rechtspopulistischer Parteien marktradikale Elemente enthält. Zwar fordert die AfD auch Arbeiterinhalte, wie die Begrenzung von Leiharbeit, dennoch hat sie zugleich neoliberale Steuerkonzepte. Wie ist die hohe Akzeptanz der völkischen Rechten bei – auch gewerkschaftlich organisierten – Arbeitern und Arbeiterinnen zu erklären? Und wie kann man die Menschen politisch wieder erreichen? Zu diesen Fragen fand am vergangenen Wochenende in Jena eine Tagung statt. „Arbeiterbewegung von rechts?“ nannte sie sich. Zur Tagung trafen sich Menschen aus der Wissenschaft mit PraktikerInnen aus Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften. Über die Inhalte der Tagung und über das Phänomen der rechten Arbeiterbewegung unterhielten wir uns mit dem Soziologen Klaus Dörre. Er hat die Tagung mitorganisiert und erklärt zunächst, wie die Erfolge der AfD unter Arbeitern und Arbeiterinnen erklärbar sind.

Foto: © FSU Jan-Peter Kasper