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Türkische Interessen in Nordsyrien und der Kampf gegen die Kurden

Seit dem Wochenende greift die türkische Armee die kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG in der nordsyrischen Stadt Afrin an. Der Angriff steht unter dem Titel "Opteration Olivenzweig". Die Angriffe der türkischen Armee erfolgen aus der Luft und über Bodentruppen, die in die Region um Afrin einmarschiert sind. Seit Beginn der türkischen Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG sind nach Angaben der türkischen Armee zahlreiche kurdische Kämpfer getötet worden.

Mindestens 260 "Angehörige von Terrororganisationen" seien "neutralisiert" worden, teilte der Generalstab in Ankara mit. Die Armee betonte, die Operation richte sich ausschließlich gegen Terroristen. Man unternehme alle Anstrengungen, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Der türkische Präsident Erdogan begründet den Einmarsch mit der angeblichen Nähe der YPG zur in der Türkei verbotenen und verfolgten kurdischen Arbeiterparkei PKK. Vor allem aber sind die YPG-Einheiten für den Kampf gegen den IS und die Befreiung der Jesiden verantwortlich.

Mit welchem Ziel Ergodan nun gegen die YPG und die in der nordsyrischen Region lebenden Kurden vorgeht, darüber sprachen wir mit Martin Glasenapp. Er war lange bei der Hilfsorganisation medico international als Koordinator für Syrien tätig und hat die Region mehrfach bereist. Mittlerweile arbeitet er für die Bundestagsabgeordnete Katja Kipping von der Partei die Linke. Wir sprachen mit Martin Glasenapp als Kenner der nordsyrischen Region und des türkisch-kurdischen Konflikts.