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Antisemitismus und die AfD

Nach dem rechtsterroristischen und antisemitischen Terroranschlag von Halle startete diese Woche im Landtag von Sachsen-Anhalt ein Untersuchungsausschuss, der kären soll, wieso die Synagoge nicht geschützt war. Eingesetzt wurder der Untersuchungsausschuss von der AfD, also der Partei, der nach dem Anschlag in Halle vom Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, eine Mitverantwortung für das Erstarken des Antisemitismus gegeben wurde. Das Selbstbild der AfD ist stehts ein ganz anderes: „Wir sind die pro-jüdischste und pro-israelischste Partei im Bundestag“, heißt es in der Partei. Der Untersuchungsausschuss im Landtag von Sachsen-Anhalt soll dies einmal mehr zeigen. Antisemitismus in der eigenen Partei wird trotz vieler gravierender Beispiele als quasi nicht existent dargestellt. Beispiele wie folgende: Ein mittlerweile ehemaliger AfD-Stadtrat aus Halle verbreitet auf Veranstaltungen und in Videos antisemitische Verschwörungstheorien - das wurde kürzlich durch einen ZDF-Beitrag öffentlich. Kürzlich beschimpfte der AfD-Politiker Stephan Brandner Udo Lindenberg mit dem antisemitischen Schmähbegriff „Judaslohn“. Und der bekannteste Antisemit der AfD, der Baden-Württemberger AfD-Politiker Wolgang Gedeon, fordert die Abschaffung des Volksverhetzungsparagrafens. Die AfD und der Antisemitismus - das gehört zusammen, denn Antisemitismus gehört zu den wesentlichen Ideologieelementen der deutschen Rechten. Das meint Stefan Dietl, der zu der Frage forscht und Vorträge hält. Wir sprachen mit ihm über den Antisemitismus in der AfD und darüber, wieso dies medial nur in Einzelfällen ein Thema ist.