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Behind the Wall – Depeche Mode-Fankultur in der DDR

Black Day, Black Town, Black Masters, Black Tulip, Black People - so nannten sich einige der über 70 Depeche Mode-Fanklubs der DDR. Es gab sie von Schwerin, über Suhl bis Annaberg-Buchholz. Depeche Mode-Fans gründeten die Klubs um selbst aufgenommene Musik und gesammelte Depe Mode-Schnipsel zu tauschen, denn Westplatten waren zu teuer, ein Live-Konzert der Band wirkte aussichtslos. Zumindest bis zum 7.März 1988, als Depeche Mode ihr einziges Konzert in Ostberlin gaben. Eigentlich als FDJ-Veranstaltung geplant wurde es dank dem Radiosender DT64 kurzfristig in der gesamten Republik bekannt. Tausende Fans reisten an und bezahlten hunderte Ostmark, um Depeche Mode live zu erleben.

Von dieser besonderen Fankultur, hinter der Mauer, in der DDR der 1980er, erzählt das Buch "Behind the Wall – Depeche Mode-Fankultur in der DDR" von dem Historiker Sascha Lange und Dennis Burmeister. Das Buch liefert einen bislang unbekannten Einblick in das Innere einer Jugendkultur und das Alltagsleben in der DDR. Dazu sichteten die Herausgeber unveröffentlichte Fotos und Dokumente, sprachen mit zahlreichen Fans, Konzertveranstaltern, Fanzine-Herausgebern, Fanclub-Betreibern und anderen Zeitzeugen. Wir haben mit Sascha Lange über die Depeche Mode-Fankultur gesprochen, von der er selbst ein Teil war.