Brexit-Verhandlungen führen zu erneutem Streit um die irische Grenze

Die Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und GB haben eine weitere unschöne Dimension erreicht. Nun sind es ausgerechnet die westlichen Nachbarn, mit denen der Streit zu eskalieren droht. Irland ist derzeit in einer selten machtvollen Position. Die anderen 27 EU-Staaten wollen mit der britischen Regierung erst dann über die gemeinsame Zukunft und ein Handelsabkommen reden, wenn es Fortschritte in drei Fragen gibt: Londons finanziellen Verpflichtungen, den künftigen Rechten der betroffenen Bürger und der Irland-Frage. Diese Entscheidung müssen die Staats- und Regierungschefs einstimmig treffen. Ohne Irland geht nichts. Doch während es bei den Bürgerrechten und in der Frage der Austrittsrechnung Signale einer Einigung gibt, geht es in Sachen Irland kaum voran. Das irisch-britische Problem wird so zum Problem für die ganze EU. Sollte es auch beim nächsten EU-Gipfel Mitte Dezember keinen Durchbruch geben, könnte der ohnehin knappe Zeitplan der Verhandlungen vollends kippen. Die britische Regierungschefin Theresa May hat wiederholt klargemacht, dass ihr Land im März 2019 mit der EU auch deren Binnenmarkt und die Zollunion verlassen werde. Laut Gesetz müssten dann an der neuen EU-Außengrenze zu Nordirland Personen- und Zollkontrollen durchgeführt werden. Vor solch einer harten Grenze fürchten sich viele Menschen auf beiden Seiten Irlands. Der Streit um die Grenze weitet sich zum größten Problempunkt innerhalb der Brexit-Verhandlungen aus. Dazu sprachen wir mit Martin Alioth. Er ist Korrespondent des Schweizer Rundfunks in Irland.