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Der NSU-Prozess und die Plädoyers der Nebenklage

Das Warten hat ein Ende: Zwei Monate nach Abschluss des Plädoyers der Bundesanwaltschaft haben am vergangenen Mittwoch die Plädoyers der Nebenklage im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht in München begonnen. Insgesamt wollen mehr als 50 Anwält*innen sowie einzelne Angehörige von Mordopfern Stellung beziehen. Damit erhält endlich auch die Perspektive der Opfer und ihrer Angehörigen einen Raum im Prozess. Als erste Nebenklagevertreterin hat vergangene Woche die Rechtsanwältin Edith Lunnebach ihr Plädoyer gehalten. Darin kritisierte sie auch die Bundesanwaltschaft, die ihre Ermittlungen nicht mit dem nötigen Eifer verfolge und unverständlicherweise an der Annahme festhalte, beim NSU habe es sich um eine Terrorzelle aus nur drei Personen gehandelt. Neben diesem ersten starken Plädoyer wurde auch der Nebenklageanwalt Mehmet Daimagüler gehört, der allerdings durch intensive Störungen durch die Alt-Verteidigung von Beate Zschäpe in seinem Plädoyer über Stunden aufgehalten wurde. Über die vergangenen Prozesstage im Prozess sprachen wir mit dem NSU-Prozessberichterstatter Fritz Burschel.