Die „rote Ruth“: Sabine Kebir über Ruth Berlau

"Sie haben die erstaunlichsten Dinge erfunden... Ja, sie beherrschen alle möglichen Apparate. Aber eine Frau umarmen, das können sie nicht mehr." Diese Diagnose ist Ruth Berlaus Novelle "Jedes Tier kann es" entnommen und steht stellvertretend für eine Haltung, die die verschiedenen Erzählungen Ruth Berlaus durchzieht. Aus weiblicher Perspektive wird in ihren Texten auf eine sehr direkte und unbeschönigende Art auf Beziehungen zwischen Männern und Frauen geblickt und dabei Tabus angesprochen, die es sich, zumindest in Ruth Berlaus Zeit, nicht schickte öffentlich zu diskutieren. Wer war diese mutige Frau aus Dänemark, die uns "Amüsante, abentheuerliche, melancholische Geschichten, nicht nur über feige Männer und freche Frauen" hinterließ, wie der Transitverlag Ruth Berlaus Texte beschreibt? Darüber sprach Radio Corax mit der Literaturwissenschaftlerin und Autorin des Buchs "Mein Herz liegt neben der Schreibmaschine. Ruth Berlaus Leben vor, mit und nach Bertolt Brecht", Sabine Kebir.

Bild: Hilda Hoffmann