Eine Gewerkschafts-Akademie für Bangladesch

Vor vier Jahren stürzte in Bangladesch die Textilfabrik Rana Plaza ein. Bei der Katastrophe kamen etwa 1200 Menschen um Leben. Rana Plaza wurde zum Synonym für die unmenschlichen Bedingungen in der Textilindustrie von Bangla­desch. Die Arbeitsbedingungen sind denkbar schlecht - der Mindestlohn wurde seit Jahren nicht erhöht, Gewerkschaftsarbeit wird durch die Regierung verhindert. Eine Arbeitsrechtlerin meinte dazu: "Wenn wir unsere Stimme erheben, bekommen wir Probleme." Vergangenes Jahr sind nach Demonstrationen für höhere Löhne rund 2.000 ArbeiterInnen entlassen worden. Davon stehen nun 160 auf schwarzen Listen, wonach sie keine Jobs mehr bekommen. Etwa 35 GewerkschaftlerInnen landeten nach der Demonstration für einige Zeit im Gefängnis. Um die Gewerkschaften in Bangladesch zu stärken und den Dialog zwischen Regierung, Fabrikbesitzer und Gewerkschaften positiv zu befördern, hat die Friedrich-Ebert Stiftung in Bangladesch eine Akademie gegründet. Kurz vor dem Jahrestag der Katastrophe von Rana Plaza eröffnete die "Academy of Work". Sie soll der Ausbildung von Führungskräften dienen. Wir sprachen mit Franziska Korn, der Leiterin des FES-Büros in Dhaka über die Situation der Gewerkschaften in Bangladesch und die Gewerkschafts-Akademie.