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Gefährliche Sozialpartnerschaft: Lebensmittelspenden von der Berliner Tafel wurden als Einkokmmen gewertet

Steigende Mieten und steigende Lebensmittelpreise sorgen dafür, dass immer mehr Menschen von Hilfsleistungen abhängig werden, trotz Sozialleistungen wie Hartz IV oder Wohngeld. Bundesweit gehen 1.5 Millionen Menschen zu den Ausgabestellen der Tafeln. Das System der Tafeln setzt auf Freiwilligkeit und Unabhängigkeit. Doch ein Fall aus Berlin zeigt, dass die Sozialpartnerschaft zwischen Staat und Tafel über deren Unabhängigkeit zu stehen scheint. Das Bezirksamt Lichtenberg hat einem Berliner Studenten das Wohngeld gekürzt, weil er im Antrag angegeben hat, dass er Lebensmittel von einer "Laib und Seele"-Ausgabenstelle bezieht. Diese Stelle wird von der Berliner Tafel beliefert. Damit wurde die freiwillige Lebensmittelspende als Einkommen gewertet. Das ist willkürlich und rechtswidrig, so die Bewertung der Berliner Tafel. Über diesen Fall sprachen wir mit der Vorsitzenden der Berliner Tafel, Sabine Werth.