Nachhören

Hamburger Innenbehörde gibt zu: keine Beweise für die Darstellung der G20-Proteste

Vor drei Monaten fand der G20-Gipfel in Hamburg statt. Die Aufarbeitung des "Gipfels der Repression" hält nach wie vor an. Während in G20-Prozessen drakonische Strafen gegen angebliche Randalierer verhängt werden, muss sich der Sonderausschuss der Hamburger Bürgerschaft mit geschwärzten und unvollständigen Akten der Polizei begnügen. Das erschwert die Aufarbeitung des Polizeieinsatzes rund um den G20-Gipfel. Die Deutungshoheit über die Darstellung der Proteste und der Ereignisse im Schanzenviertel liegt damit weiterhin bei der Polizei. Ein Statement der Hamburger Innenbehörde lässt diese Deutungshoheit nun weiter bröckeln. Die Behörde musste einräumen, dass sich ihre Darstellung der G20-Krawalle in wesentlichen Punkten nicht beweisen lasse. So habe die Behörde keine Belege für die Behauptung, dass sich Gewalttäter auf Dächern in der Straße Schulterblatt versammelt hätten, um die Polizei mit Steinen, Gehwegplatten, Eisenstangen und Molotowcocktails zu bewerfen. Das ist nur ein Beispiel für die Falschdarstellung der Proteste gegenüber der Öffentlichkeit. Was die Innenbehörde außerdem nicht beweisen kann und was das nun rückblickend für die Gipfel-Proteste und Krawalle heißt, darüber sprachen wir mit der Linken-Politikerin der Hamburger Bürgerschaft Christiane Schneider. Sie hat die kleine Anfrage an die Innenbehörde gestellt und diese Antwort erhalten.