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Landrechte in Südafrika

25 Jahre nach dem Ende der Apartheid besitzen Weiße in Südafrika mehr als 70 Prozent des privaten Farmlandes, dabei stellen sie nicht mal zehn Prozent der Bevölkerung. Das heißt auch: Die Produktionsmittel sind äußerst ungleich verteilt, was bekanntermaßen in Südafrika nicht nur Land sondern auch die restliche Infrastruktur betrifft. Die regierende ANC, Partei der Befreiungsbewegung, hat schon 1994 eine Umverteilung des Landes versprochen, Gesetze dafür geschaffen und auch etwas in Gang gesetzt. Leider werden die Gesetze viel zu langsam umgesetzt und viele der Landreformprojekte sind gescheitert. Deshalb auch konnte folgendes Wahlkampfversprechen der ANC viele BefürworterInnen finden: Es soll verfassungsrechtlich möglich gemacht werden, dass Landbesitzende ohne Entschädigung enteignet werden können. Die Fronten sind verhärtet, vermehrt finden Landbesetzungen statt, teils unter Anwendung von Gewalt, teils gewaltsam verhindert oder geräumt. Olaf Zenker, Professor für Ethnologie an der MLU Halle, hat dazu geforscht, wie eine gerechte und nachhaltige Landreform in Südafrika umgesetzt werden könnte. Zuerst ging es um die historischen Wurzeln der ungleichen Landverteilung in der Apartheid.