‚Man kommt sich verlassen vor ‘ – Vom Kampf gegen eine Krankenhausschließung

Für Menschen die in großen Städten leben ist es ganz normal die Wahl zwischen verschiedenen Krankenhäusern zu haben. Auf dem Land sieht das anders aus. Meistens gibt es nur ein Krankenhaus in der Nähe. Und manchmal macht das dann einfach zu. So wie in Havelberg im Norden von Sachsen-Anhalt. Im September letzten Jahres war Schicht im Schacht im kleinsten Krankenhaus Deutschlands. Seit mittlerweile fast einem Jahr protestieren die ehemaligen Beschäftigten gegen die Krankenhausschließung. Erst haben sie einen Betriebsrats gegründet und nach der Schließung des Krankenhauses den Verein „Pro-Krankenhaus Havelberg“. Unterstützung erfahren sie dabei von den Bewohner*innen der kleinen Hansestadt im Nord-Osten von Sachsen-Anhalt. Havelberg steht exemplarisch für viele ähnliche Konflikte in Deutschland. Es geht dabei um Fragen danach wie auf dem Land eine gute gesundheitliche Versorgung gewährleistet werden kann und ob eine gute wohnortnahe Gesundheitsversorgung und ein privatisiertes Gesundheitssystem in Einklang gebracht werden können. Seit mehr als einem Jahr wird in Havelberg einmal pro Woche, immer Donnerstags, für eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung auf dem Land demonstriert. In der Kritik steht der Klinikbetreiber KMG und das sogenannte 'DRG'- oder auch Fallpauschalensystem. Das ist ein Finanzierungsmodell für Krankenhäuser. Für Behandlungen wird eine Pauschale bezahlt, unabhängig wie hoch die Kosten tatsächlich sind. Das macht viele kleinere Behandlungen und Pflege unrentabel. Radio Corax war letzte Woche dort und hat die Kundgebung der Protestler*innen besucht.