Mit Gewalt gegen Journalist*innen: Der Fall Lea Remmert

Am 01. Mai 2020 war die Journalistin Lea Remmert in Kreuzberg, um den dortigen Polizeieinsatz zu dokumentieren. Dort wurde sie laut eigener Aussage von einem Polizisten mit der Faust ins Gesicht geschlagen und erlitt Prellungen sowie Zahnschäden. Anschließend forderte sie vom Land Berlin 10.000 Euro Schmerzensgeld. Diese Forderung wurde vor kurzem abgelehnt, das Verfahren wegen Körperverletzung war bereits vor einem halben Jahr eingestellt worden. Damals konnte kein Täter festgestellt werden. Des Weiteren hieß es vom zuständigen Senat, dass nach Erkenntnissen aus der Ermittlungsakte nicht davon auszugehen sei, dass es sich um eine vorsätzliche oder fahrlässige Tat des Polizisten gehandelt habe. Der Polizist soll sich während der als hektisch beschriebenen Situation in den Kabeln der Tonanlage der Journalistin verheddert habe. Lea Remmert ist mit ihrem Fall nicht alleine. Verbale und körperliche Gewalt gegen Journalist*innen nimmt immer weiter zu. Diese Gewalt geht von Demonstrant*innen, aber auch, wie im Fall von Lea Remmert, von der Polizei aus. Über dieses Problem sprachen wir mit Jörg Reichel. Er ist Geschäftsführer der Deutschen Journalist*innen Union in ver.di. Berlin-Brandenburg.