Spargel statt Arbeitsschutz – Erntehelfer*innen während Pandemie

Die bald beginnende Spargelernte läutet die Erntesaison in der Landwirtschaft ein. Diese wird, wie im vergangenen Jahr, unter den Bedingungen der Pandemie stattfinden und wie im vergangenen Jahr fürchten deutsche Landwirte, nicht über genügend billige Arbeitskräfte aus Osteuropa verfügen zu können. Etwa 300 000 Saisonarbeiter sind in gewöhnlichen Erntejahren im Einsatz. Mit ihrer Arbeitskraft wurden während der Spargelernte im Jahr 2019 etwa 130 000 Tonnen des Edelgemüses im Wert von ungefähr 845 Millionen Euro aus dem Boden geholt. Damit die Landwirt*innen da ein gutes Geschäft machen können, müssen die Erntearbeiter*innen für wenig Geld und oft unter schlechten Bedingungen arbeiten. Gerade in Zeiten der Pandemie ist der Einsatz von Erntearbeiter*innen aus Osteuropa umstritten. Dennoch wurde im während des Lockdown im vergangenen Jahr eine Ausnahme für die Landwirte gemacht. Der Gewerkschafter und Publizist Stefan Dietl arbeitet zum Thema prekäre Arbeitsbedingungen und mobile Beschäftigte. Wir sprachen mit ihm über den Einsatz von Erntehelfer*innen während der andauernden Pandemie und über die gewerkschaftlichen Entwicklungen, die es in den letzten Jahren zur Unterstützung migrantischer Arbeitskräfte gibt.

Zusammen mit Kathrin Birner veröffentlicht Stefan Dietl im März im Unrast Verlag das Buch 'Die modernen Wanderarbeiter*innen. Arbeitsmigrant*innen im Kampf um ihre Rechte'.