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Grenzarbeit – zur Verteidigung einer antideutschen Linken gegen die Querfront

Der Absturz des antideutschen Theorieorgans "Bahamas" war eher ein Sinkflug. Über Jahre hinweg sickerte ein spezifischer Jargon ein, bis sich eine Reihe von Autoren schließlich in Wort und Inhalt der AfD annäherten und öffneten. Die Aufnahme von Flüchtlingen 2015 wird mit dem Angriffskrieg Deutschlands verglichen, die AfD für ihre vermeintlich israelsolidarische Positionierung gelobt, Assad verteidigt, autoritäre Lösungen als adäquate Reaktion auf überdramatisierte Krisen gepredigt.
Über 15 Jahre hinweg lassen sich strukturelle Ursachen dieses Absturzes vorahnen: Eine konservative Fehlinterpretation der Freudianischen Psychoanalyse, eine teleologische Entwicklungsideologie eines
undialektisch gelesenen Marx, eine gescheiterte Begriffsbildung zum Rassismusproblem, Mythen und Unklarheiten zu komplexen Konflikten wie den Jugoslawienkriegen. Kein einzelner Faktor erklärt das Überlaufen von Teilen der Antideutschen zu Habitus und Positionen der AfD und insgesamt hat man sich vermutlich von der eigenen Ohnmacht dumm machen lassen. Was aber sind Perspektiven einer der Aufklärung verpflichteten antideutschen Linken? Wie lässt sich der Niedergang der "Bahamas" verarbeiten, wie lässt sich das Phänomen eindämmen, wie die Israelsolidarität gegen rechts verteidigen?

Ein Vortrag von Felix Riedel