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Nach der Gewalt in Wurzen: Wo bleibt die Solidarität?

Wir blicken auf sächsische Zustände, die sich zuletzt wieder in aller Abscheulichkeit zugetragen haben - und zwar in der Kleinstadt Wurzen. Dort hat es einen Angriff auf ein Wohnhaus von Geflüchteten gegeben. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei waren etwa 30 junge Menschen aus Wurzen an dem Angriff beteiligt. Dabei wurden mehrere Bewohner des Hauses verletzt, zudem erhielten zwei Angreifer Stichverletzungen von sich wehrenden Hausbewohnern. Der Staatsschutz ermittelt wegen eines möglichen fremdenfeindlichen Motivs. Dieser Angriff beweist: in der sächsischen Kleinstadt Wurzen kommt es immer wieder zu Angriffen und Anfeindungen gegen Geflüchtete. Die Verurteilung des Überfalls als rassistische Tat durch das Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. (NDK) wurde jedoch unlängst kritisiert. Jörg Röglin, Oberbürgermeister der Stadt Wurzen, nannte dies eine Vorverurteilung möglicher Akteure, die die Frontenbildung befördere. Dazu sprach Radio Corax mit Solvejg Höppner vom Kulturbüro Sachsen. Höppner ist auch Sprecherin des Netzwerks Tolerantes Sachsen. Ebenfalls am Telefon war Martina Glass, die Geschäftsführerin des Netzwerks für Demokratische Kultur e.V., aus Wurzen.