Kritik des Autoritarismus K-Gruppen als Zuspitzung einer autoritären Gesellschaftsform

# Kritik des Autoritarismus
K-Gruppen als Zuspitzung einer autoritären Gesellschaftsform

Vortrag und Diskussion

Sogenannte Kader-Gruppen verschiedener Ausrichtung sind seit
ca. 2021 deutschlandweit, sogar europaweit auf dem Vormarsch.
Das Phänomen, welches in den 70er und 80er Jahren der BRD
bekannt wurde, wurde wiederbelebt. Neoleninistische Gruppierungen
bleiben dabei keineswegs nur obskure Vereinigungen von
hängengebliebenen Alt-Genoss*innen. Vielmehr ziehen sie verstärkt
junge Menschen an und reklamieren den Faktor Militanz für sich.

Für Anarchist*innen ist diese Entwicklung aus mehreren Gründen
ärgerlich und beängstigend. Zum einen werden autoritäre
Kommunist*innen als unliebsame Konkurrenz erlebt. Andererseits
kann ihnen zurecht verkürzte Herrschaftskritik, verbunden mit
aufgewärmten, billigen Versprechungen konstatiert werden.
Weiterhin prägen sie ihre Mitglieder und Sympathisant*innen
in autoritären Denkmustern und Verhaltensweisen und instrumentalisieren
Bündnisse um ihre Machtbasis auszubauen.

Schauen wir genauer hin, wird deutlich, dass der Auftrieb des
neoleninistischen Pseudo-Kommunismus Ausdruck und Symptom von
umfangreichen autoritären Zuspitzungen in der Gesellschaftsform
insgesamt ist. Wie in den 70er Jahren handelt es sich bei ihm
um eine Verfallserscheinung von emanzipatorischen sozialen
Bewegungen. Diese geht mit der Zunahme staatlicher Repression,
der Faschisierung weiterer sozialer Milieus, der Verdrängung
grundlegender Krisenerscheinungen, dem Angriff auf die liberale
Demokratie, sowie dem Abbau sozialer Sicherungen, einher.

Wer K-Gruppen kritisiert, muss sich ebenso die Frage stellen,
warum die AfD mittlerweile die meisten Stimmanteile erhält und
ein großer Teil der Bevölkerung extrem rechte Ansichten teilt
oder offen unterstützt. Thematisiert werden muss, wie Regierungen
Minderheiten in Geiselhaft nehmen, um autoritäre Maßnahmen durchzusetzen
oder warum viele aggressiv darauf reagieren, wenn Menschen sich
selbst bestimmen wollen.
Das soll besprochen und diskutiert werden.

Veranstalter: FAU Halle
Datum: 26.11.2025
Ort: Radio Corax / Unterberg 11
Zeit: 18.00 Uhr