In Vorfreude auf das diesjährige Werkleitz Festival Früher oder Später (2.–12. Juli im Puschkinhaus) zeigt das Puschkino gemeinsam mit Werkleitz eine Filmreihe zum Thema Zeit. Auftakt ist am Mittwoch, 1. April, 18:30 Uhr mit dem Schweizer Spielfilm Unruh (2022) von Cyril Schäublin. https://werkleitz.de/unruh
Unruh, Cyril Schäublin
Spielfilm, CH 2022, 93 min
OmU, (Schweizerdeutsch/Französisch/Russisch)
Mittwoch, 1. April 18:30
mit anschließendem Filmgespräch
Eintritt 5€ / erm. 3€
Puschkino
Kardinal-Albrecht-Straße 6
06108
Halle (Saale)
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Synopse
1877: der russische Kartograf Pyotr Kropotkin kommt in ein Tal im Schweizer Jura, angelockt von der hochentwickelten Uhrenfertigung dort und von der Nachricht, dass sich Arbeiter*innen zu einer anarchistischen Gewerkschaft zusammengeschlossen haben. Er trifft auf eine Gesellschaft, in der Beamte und Gendarmen über die richtige Uhrzeit wachen und dem Produktionsbetrieb und der Gemeinschaft den Takt vorgeben. Immer effizienter werden die Produktionsabläufe in den Uhrmanufakturen organisiert, die sekundengenaue Kontrolle erzeugt einen steigenden Druck auf die Beschäftigten. Davon kann auch Josephine ein Lied singen, die über die Montage der Unruh, des Herzstücks der mechanischen Uhr, wacht und den zugereisten Kropotkin kennenlernt. Inspiriert von anarchistischen Ideen fordern sie die Befreiung der Zeit, setzen Solidarität und Pazifismus gegen Marktgesetze und Nationalismus. Nach seinem Debüt DENE WOS GUET GEIT schenkt uns Cyril Schäublin einen Historienfilm, wie er schöner und aktueller nicht sein könnte. Mit sorgfältig komponierten Bildern feiert dieser Film die Handwerkskunst der Uhrmacherei und verknüpft sie mit einer klaren politischen Haltung. Durch Verfremdung und Ironie wird deutlich, wie aktuell und universell das Thema von UNRUH ist.