Die Miteinander-Reden-Ausgabe.
Als dieses Heft entsteht, haben wir gerade erst einander ein »gutes neues Jahr« gewünscht. Wünschen ist uns wichtiger als sonst, was bleibt noch? Die Zuversicht, dass es ein gutes Jahr wird, ist geschwunden. Das Silvesterfondue im Bauch legt sich quer, Flauegefühl, der Sekt rollt die enge Kehle herunter beim Blick auf 2026 und den kommenden Wahlseptember. Wo ist die Bremse für das, was auf uns zukommt?
Gräben ziehen sich nicht etwa nur durch das Land, sondern durch Familien, Arbeitsteams, Nachbarschaften, frühere Freundschaften. Bubbles ziehen sich zuweilen durch eben diese, werden zu Räumen bzw. Medien der eigenen engen, stark selbstbezüglichen Gemeinschaftlichkeiten. Gemeinsame Gespräche darüber hinaus und selbst auch Streitigkeiten, durch die Politik erst entsteht, erscheinen plötzlich als Tabu oder als Vergeblichkeit, gar als Absurdität. Ist so die Grundlage eines gemeinsamen gesellschaftlichen Zusammenfindens im Ansatz noch gegeben? Was heißt das über eine politische Auffassung, wenn sie keine Gegenüber mehr aushalten und sich mit ihr direkt auseinandersetzen will? Ist die Überzeugungskraft so dünn? Ist es nicht der Austausch und letztlich die Einsicht in ein Urteil, worauf ein gutes Miteinander fußt; soll es nun durch Selbstbezüglichkeit, Ignoranz und letztlich Gewalt ersetzt werden?
Das kann es nicht sein. Aus vielen Gründen. Gräben überwinden, Bubbles zerplatzen lassen! Reden wir miteinander, lernen wir uns (neu) kennen, streiten wir miteinander! Sehen wir in der Vielheit der Stimmen nicht die Bedrohung des Miteinanders, sondern sehen wir es als seinen Ausgangspunkt. Praktizieren wir das, was das autoritäre politische Wahlaufgebot als Freiheit meint, was es aber eigentlich und ausdrücklich verbieten will: eine selbstorganisierte Verständigung der Gesellschaft über das, was sie als ihr Zusammenleben möchte.
Dazu mehr im Heft. Und außerdem: das Radioprogramm sowie Veranstaltungshinweise für Februar und März.
Zeitungsdownload und das Programm für Februar 2026 und März 2026.
Die CX-Zeitung gedruckt
Die Programmzeitung von Radio CORAX gibt es auch gedruckt zum Lesen. Sie liegt u.a. in der Uni, in geöffneten Kinos, Bars und Cafés in Halle aus.