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Neonaziangriff auf Connewitz: die Prozesse und deren Leerstellen

Vor bald zwei Jahren, am Abend des 11. Januar 2016 zogen rund 250 bewaffnete Neonazis und Hooligans durch den Leipziger Stadtteil Connewitz. Innerhalb von Minuten zerstörten sie Geschäfte, griffen Häuser und Menschen an. Die Angreifer wurden noch am selben Abend von der Polizei festgesetzt. Seit Mitte August dieses Jahres wird dieser "Sturm auf Connewitz" am Leipziger Amtsgericht verhandelt. Über 80 Verhandlungen sind angesetzt - mit meist zwei Personen, die gleichzeitig angeklagt sind. Der Tatvorwurf: Besonders schwerer Landfriedensbruch. Vier Prozesse haben seitdem stattgefunden. Dabei wurde über Sachbeschädigung verhandelt. Dass sich die Neonazigewalt auch gegen Menschen richtete, spielt in der juristischen Aufarbeitung bislang keine Rolle. Und auch in der Öffentlichkeit wird der "Sturm auf Connewitz" als Vandalismus verhandelt. Doch bei dem Angriff vor knapp zwei Jahren hat es auch Verletzte gegeben - darauf verweist einmal mehr ein Artikel im Leipziger Stadtmagazin Kreuzer. Der Autor Aiko Kempen sprach mit uns über diese juristischen und öffentlichen Leerstellen.