Arbeitskampf am Fehmarnbelttunnel

Zwischen Dänemark und Deutschland entsteht ein umstrittenes Großprojekt, der Fehmarnbelttunnel. Ein Tunnelprojekt, dass unter anderem die Zugfahrtzeit von Hamburg nach Kopenhagen auf rund zweieinhalb Stunden reduzieren soll. Kritiker*innen bemängeln die explodierenden Kosten und weisen darauf hin, dass bereits unweit entfernt eine Brücke existiert. Der Tunnel entsteht auf der dänischen Seite der Baustelle. Dort brach zuletzt großer Unmut aus. Um Kosten zu sparen, wurden dort viele Arbeitskräfte aus Polen und auch aus Rumänien rekrutiert. Diese bekamen jedoch trotz Tarifvertrag wesentlich weniger Geld als ihre dänischen Kolleg*innen. Die Arbeiter*innen begannen vor allem wegen der ungleichen Bezahlung einen wilden Streik. Beim Streik zeigten sich die dänischen Bauarbeiter*innen solidarisch und blockierten zusammen mit ihren migrantischen Kolleg*innen zeitweise eine Baustelle. Für das eigentliche Tunnelbauwerk auf der dänischen Seite sind 7,4 Milliarden Euro veranschlagt. Auf der deutschen Seite soll die Anbindung an den Tunnel mit Autobahn und Schiene knapp 3,5 Milliarden kosten. Ob das Projekt überhaupt wirtschaftlich ist, wird von vielen hinterfragt. Wir haben über das Projekt und den Streik mit Karsten geredet. Er ist Gründer des Forums chefduzen.de - das Forum der Ausgebeuteten, und er hat den Arbeitskampf aktiv verfolgt.


Unsere Arbeit ist nur dank eurer Unterstützung möglich. Wir freuen uns immer über Spenden oder Fördermitgliedschaften. Noch besser ist es natürlich, wenn ihr Lust habt selber Radio zu gestalten und freies Radio nicht nur hört und unterstützt, sondern auch macht! Gerne könnte ihr uns jederzeit Feedback geben.

Arbeitschutz. Bild: Rolf van Melis. (CC BY-NC-ND)