Arme Menschen nicht gegeneinander ausspielen

Armut ist ein strukturelles Problem und ein Thema, dass uns in den letzten Jahren dauerhaft begleitet. Die Schlangen bei den Tafeln, die Lebensmittel für einen geringen Betrag verteilen, sind lang. Nun hat die Tafel in Essen einige Menschen aus diesen Schlangen herausgeworfen, hat sie weggeschickt. Die Tafel in Essen bevorzugt Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft. Die Leitung der Tafel begründet dies damit, dass inzwischen mehr Geflüchtete zur Tafel kämen und damit die deutschen Bedürftigen verdrängt werden würden - zur Neuaufnahme an der Tafel muss man deshalb in Essen seinen deutschen Pass mitbringen. Das hat bundesweit für Kritik gesorgt. Auf diese aktuelle Debatte hat nun gestern der Paritätische Gesamtverband mit einer Pressemitteilung reagiert. In der Pressemitteilung fordert der Paritätische, arme Menschen nicht gegeneinander auszuspielen. Wir sprachen mit dem Bundesgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes Dr. Schneider und fragten ihn zunächst, wie er zum System der Tafeln steht und was er von der generellen Kritik daran hält, dass die Tafeln das System der Armut nur verwalten und damit vielleicht auch stützen.


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