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Die Klasse für sich – über Gewerkschaftsgeschichte und ihre inhaltichen Leerstellen

Nicht nur für das Kapital war das 19. Jahrhundert eine "Gründerzeit", sondern auch für die Gewerkschafts- und Arbeiterbewegung. Sofort nachdem in der Revolution von 1848 Presse- und Versammlungsfreiheit erkämpft worden waren, blühten gewerkschaftliche Organisationen auf. Nach einer ersten Phase des Experimentierens und Ausprobierens bildeten sich die Strukturen wie wir sie heute kennen, insbesondere mit ihrer Arbeitsteilung zwischen Politik und Ökonomie: das Politische überlieẞ man "der Partei", also der Sozialdemokratie, die Gewerkschaften waren für Tarife zuständig. Zur Entstehung der Gewerkschaften und zu ihrer scheinbar stabilen Entwicklung arbeitet der Historiker Ralf Hoffrogge. Er hat das Buch "Sozialismus und Arbeiterbewegung in Deutschland" geschrieben. Er sprach mit uns über die Gewerkschaftsgeschichte und erörtert, welche Wege die Gewerkschaftsbewegung nicht ging, und was das für heute bedeutet.