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Ermittler im Fall Oury Jalloh kommen nicht zum Arbeiten

Vor 13 Jahren verbrannte Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle. Heute wäre er 50 Jahre alt geworden. Der Fall ist seither juristisch nicht aufgeklärt. Freunde und Angehörige von Oury Jalloh werfen der Dessauer Polizei Mord vor. Die Gerichte wollten diese These bislang jedoch nicht überprüfen. Stattdessen ist die Justiz jahrelang von einer Selbsttötung ausgegangen. Die Faktenlage spricht jedoch dagegen, was im vergangenen Jahr auch der ehemalige leitende Dessauer Staatsanwalt anerkennen musste. Er hielt einen Polizeimord für nicht ausgeschlossen. Zu eigenen Ermittlungen kam er jedoch nicht, die Generalstaatsanwaltschaft gab den Fall nach Halle ab, wo er eingestellt wurde. Als der Justizskandal öffentlich wurde, wies die Justizministerin von Sachsen-Anhalt die Generalstaatsanwaltschaft zur Aufklärung an. Auf der parlamentarischen Ebene beschäftigte sich kürzlich auch der Rechtsausschuss mit der Aufarbeitung der Ermittlungen zum Tod von Oury Jalloh. Zur fachlichen Unterstützung wurden diese Woche im Ausschuss zwei juristische Berater vorgestellt. Welche Funktion diese haben werden und wie der Stand der Aufarbeitung im Auschuss und der Stand der Ermittlungen ist, darüber sprachen wir heute Morgen mit der Linken-Abgeordneten Henriette Quade. Sie sitzt im Rechtsausschuss des Landtages.