Kritik an verzerrter Berichterstattung zum „Lanz“-Auftritt von Daniel Günther

Am Mittwoch, dem 7. Januar, war Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther von der CDU zu Gast in der ZDF-Talkshow „Lanz“. So weit, so unspektakulär, doch spätestens seit Anfang dieser Woche ist im Zusammenhang mit seinem Auftritt eine Welle der Empörung über Günther geschwappt.

Seriöse Medien wie Süddeutsche Zeitung oder ZEIT warfen Günther in Artikeln vor, eine Zensur von Medien gefordert zu haben, nachdem er sich bei Lanz kritisch über das Portal NIUS geäußert hatte. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) zeigte sich in einer ersten Pressemitteilung vom Montag gar schockiert und behauptete Günther habe Zensurmaßnahmen gegen kritische Nachrichtenportale gefordert. Nur: Günther hatte das in der Sendung von Lanz gar nicht gefordert, wie etwa der Journalist Martin Rücker in einem Beitrag für die medienkritischen „Übermedien“ feststellte.

Kritik am Umgang von Medien mit dem Auftritt von Daniel Günther gab es auch vom Grimme-Preisträger und Investigativjournalisten Silvio Duwe. Aus Protest gegen die Reaktion des DJV kündigte er am Dienstag seinen Austritt aus dem Journalist:innenverband DJV an und möchte die gesparten Mitgliedsbeiträge an die Organisation HateAid spenden, die sich für Betroffene von Online-Hass einsetzt.

Über seinen Austritt und mediale Verzerrungen sprach die tagesaktuelle Redaktion von Radio Corax mit Silvio Duwe.

Ein Stapel mit Zeitungen vor einem weißen Hintergrund. Foto: Tim Reckmann via flickr | Zuschnitt: Radio Corax. (CC BY)