Lore Wolf. Eine Antifaschistin erzählt

Vierteiliges Radiofeature. Eine NS-Widerstandskämpferin und ein Bildhauer begegnen sich in dessen Atelier. Sie erzählt ihm aus ihrem Leben, er modelliert sie. Glocken läuten, Stille. Ein Tonbandgerät läuft. Anhand unveröffentlichter Audioaufnahmen zeichnet das Feature ein Porträt von Lore Wolf. Ihr Lebensweg führt von kommunistischen Revolten über die Industrieanlagen der frühen Sowjetunion, vom NS-Widerstand über die Befreiung aus dem Zuchthaus bis zu Antifa-Demonstrationen in den 80ern.

Folge 1: Bislang unveröffentlichte Tonaufnahmen der NS-Widerstandskämpferin Lore Wolf erzählen ihren Lebensweg. Er führt von den kommunistischen Revolten 1919, über die USA und die junge Sowjetunion zurück ins nationalsozialistische Deutschland. Dort gerät Lore Wolf schnell ins Visier des faschistischen Staatsapparats…

Folge 2: Im Widerstandsnetzwerk der Roten Hilfe Frankfurt kämpft Lore Wolf gegen den Terror der Nationalsozialisten. Auf Fluchtwegen durch Westeuropa spitzt sich ihr Leben dramatisch zu. Wie zeigt sich die Liebe einer Mutter zu ihrer Tochter unter den Bedingungen der Illegalität?

Folge 3: Während der Gefangenschaft erlebt Lore Wolf die dunkelsten Stunden ihres Lebens. Doch ihr fallen auch viele Momente der Selbstbehauptung ein. Wir hören das Lachen einer Überlebenden, die selbst im Horror der Nazi-Haft noch humorvolle Augenblicke findet.

Epilog: Nach 1945 gründet Lore Wolf die „Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes“ mit, die noch heute als „Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN-BdA) organisiert ist. In den Nachkriegsjahren wird immer deutlicher, dass sich die Hoffnungen der Widerstandskämpfer auf eine wirklich antifaschistische Gesellschaft nicht erfüllen.

Vierteiliges Radiofeature von Carlo Hoffmann
Dramaturgie: Micha Mattern
Redaktionelle Begleitung: Julia Killet
Grafik: Charlotte Berg
Sounddesign: Nik Enser
Titelmusik: Anton Korneev
Off-Stimme: Sophie Harms, Pia Klück, Micha Mattern und der Autor

Eine Produktion von Radio Blau und Radio Corax, mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, und des Deutschen Gewerkschaftsbundes Frankfurt am Main.

Das in der Grafik verwendete Foto zeigt das Tonmodell der Büste von Clemens Strugalla.
Hintergrundmusik: Kevin MacLeod (CC BY 4.0), Nine Inch Nails (bearbeitet, CC BY-NC-SA 3.0), Mark Morgan (bearbeitet, CC BY NC SA 4.0). Einige der O-Töne von Lore Wolf über die Arbeit in der Roten Hilfe Frankfurt und ihren Gerichtsprozess © Hessischer Rundfunk – www.hr.de, 1977. O-Ton Hannelore © Süddeutscher Rundfunk (heute: Südwestrundfunk), 1979, Lizenziert durch SWR Media Services GmbH.

Grafik © Charlotte Berg