Lücken im Gedenken – über queere Biographien im Nationalsozialismus

In Halle erinnert nur ein einziger Stolperstein an die Verfolgung queerer Menschen im Nationalsozialismus – der für Kurt Koch. Er war Arbeiter, überlebte vier Konzentrationslager und kehrte nach der Befreiung nach Halle zurück. Nach einer kurzen Hetero-Ehe kurz nach Kriegsende verstarb er Mitte der Siebziger in seinem Heimatort. Über seine Geschichte ist kaum etwas bekannt, ein Foto war nicht aufspürbar.

Der Fall von Kurt Koch steht exemplarisch für zahlreiche unsichtbare und vergessene Biographien queerer Menschen. Ihre Verfolgung wurde lange Zeit nicht anerkannt, die Überlebenden konnten aufgrund anhaltender staatlicher Unterdrückung nicht offen über ihre Erfahrungen sprechen. Eine Spurensuche.

Dieses Feature wurde mit Unterstützung von n-ost veröffentlicht und in der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert. Besonderen Dank an Radyo Modyan in Istanbul für die Nutzung des Studios.