Phantasie und Pandemie: Das große Raunen bei 3sat / nano

Woher kommt SARS-CoV-2? Ende Juni berichtete die Wissenschaftssendung „nano“ des öffentlich-rechtlichen Senders 3sat von vermeintlichen neuen Indizien in der Frage.

Gunnar Hamann von der tagesaktuellen Redaktion von Radio Corax hat über Monate recherchiert und ging auf eine Spurensuche im großen Raunen zwischen Pandemie und Phantasie. Er sprach mit Experten sowie einem der „nano“-Beitragsmacher. Sein Fazit: Der „nano“-Beitrag ist ein großartiges Lehrbeispiel für Journalistenschulen dazu, wie guter Wissenschaftsjournalismus auf keinen Fall ablaufen sollte.

Im Beitrag kommen unter anderem zu Wort:

  • Peter Daszak: britisch-amerikanischer Zoologe und ehemaliger Leiter der EcoHealth Alliance,
  • David Gorski: US-amerikanischer chirurgischer Onkologe und Chefredakteur von Science Based Medicine,
  • Thomas Hauer: Journalist und einer der Autoren des „nano“-Beitrags,
  • Philipp Markolin: ehemaliger Biomediziner und Autor des Buchs „Das Laborfieber“,
  • Friedemann Weber: Direktor des Instituts für Virologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

In Erinnerung an Faraz Fallahi.


Deutscher Beitragstext

Phantasie und Pandemie: Das große Raunen bei 3sat / nano

Wo ist das wissenschaftliche Gewicht? Im Vergleich zu anderen Themen, wirkte es lange Zeit so, als ob die Frage nach dem Ursprung der Coronapandemie im deutschsprachigen Raum eine eher untergeordnete Rolle spielt.

Recherchen von ZEIT und Süddeutscher Zeitung vom 12. März führten dazu, dass das Thema plötzlich auch im deutschen Diskurs an Prominenz gewann. Demnach soll der Bundesnachrichtendienst (BND), der Auslandsgeheimdienst der Bundesrepublik, im Jahr 2020 Daten ausgewertet haben, die einen Laborursprung der Pandemie nahelegen sollen.

Ein unter Verschluss gehaltener Bericht des BND soll mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 bis 95 Prozent von einem nicht-natürlichen Ursprung der Pandemie ausgehen.

Noch im März forderte das parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags die Regierung dazu auf, die vorliegenden Erkenntnisse des BND zu veröffentlichen. Auch Wissenschaftler:innen, darunter auch der Virologe Christian Drosten, forderten eine Offenlegung der Rohdaten, um diese wissenschaftlich überprüfen zu können. Christian Drosten sagte dazu im März beim Sender ntv: „Also wir bitte sie auch darum, wie wir auch alle anderen solchen Dienste bitten diese Daten, sagen wir Mal, auf den Markt der Informationen zu bringen, damit Wissenschaftler das nach diesen Kautelen auswerten könne, damit man sagt: Diese Untersuchungen zum natürlichen Ursprung, die sind wissenschaftlich korrekt, die sind wissenschaftlich hinterfragt und angegriffen worden, haben diese Angriffe überlebt. So, was ist hier auf der anderen Seite. Wo ist da das wissenschaftliche Gewicht? Denn ohne wissenschaftliche Auswertungen, sind wir im Bereich von Behauptungen.“

Mitte April scheiterte dann der Axel- Springer-Verlag mit einer Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zur Freigabe der BND-Akten. Geschehen ist seitdem in Sachen „Corona-Ursprung“ nichts.

Anders sah das die Wissenschaftssendung „nano“ des öffentlich-rechtlichen Senders 3sat. Am 30. Juni veröffentlichten dort die beiden Autoren René Kirschey und Thomas Hauer den Beitrag „Das laute Schweigen - kam die Pandemie doch aus dem Labor?

Von der „nahen Verwandtschaft“ zu Luc Montagnier

Bereits der kurze Einspieler vor der Anmoderation des Beitrags hat es in sich: „Die Indizien verdichten sich, dass SARS-CoV-2 keinen natürlichen Ursprung hatte, sondern hinter den Mauern eines Hochsicherheitslabors gebaut wurde.“

Später heißt es im Beitrag selbst: „Besonders auffällig aber ist ein anderer Genabschnitt des Virus, die sogenannte Furin-Spaltstelle. Sie bewirkt, dass der Erreger perfekt in menschliche Zellen gelangt. Solche Furin-Spaltstellen gibt es bei diversen Viren, nur in seiner näheren Verwandtschaft ist SARS-CoV-2 das einzige Virus mit einer Furin-Spaltstelle. Wurde sie in den Erreger eingebaut, um das Virus für Infektionen beim Menschen scharf zu machen?“

Friedemann Weber ist Direktor des Instituts für Virologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Mir gegenüber sagt er im Gespräch: „Und wenn ein Virologe auf so ein Virus guckt und so ist es uns auch gegangen, als klar wurde, dass SARS-CoV-2 eine Furin-Spaltstelle hat, dann wurde es uns schon ein bisschen anders, denn das ist wirklich ein molekulares Aufrüsten in Richtung virulenter, also krankmachender. Und deswegen diese Diskussion darum. Und die Diskussion jetzt von 'Lab-Leakern', also die meinen, das Virus käme aus dem Labor, ist, dass halt behauptet wurde, es wäre da reingesetzt worden. Zum Beispiel Luc Montagnier hat das behauptet weil er irgendeine Ähnlichkeit mit HIV-Sequenzen gefunden hatte, aber das ist alles schon längst als Quatsch entlarvt worden.“

Aber gibt es nun wirklich kein Virus in der näheren Verwandtschaft von SARS-CoV-2 mit einer solchen Furin-Spaltstelle? Friedemann Weber meint dazu: „Also zunächst mal ist natürlich das mit der näheren Verwandtschaft nicht weiter erklärt, denn da kommt es ein bisschen auf die eigene Sichtweise an, was man jetzt meint mit 'näherer Verwandtschaft'. Und wenn man jetzt wirklich ganz nah bei den Sarbecoviren guckt, dann ist das richtig, da gibt es keine komplette Furin-Spaltstelle. Allerdings hat auch schon SARS-Coronavirus-1, also das Virus von 2003, verschiedene sogenannte Varianten gehabt, die schon in Richtung Furin-Spaltstelle gegangen sind, also die da Mutationen aufgewiesen haben.“

Eine entsprechende Einordnung dazu, findet man im „nano“-Beitrag allerdings nicht. Darin kommt auch der Epidemiologe Alexander Kekulé zu Wort. Er sagt: „Da gab es viele Argumente, unter anderem Luc Montagnier, ein ehemaliger Nobelpreisträger, den ich sehr schätze, den ich auch persönlich ganz gut kannte aus dem Institut Pasteur. Der hat ja immer gesagt: 'Da wurde was manipuliert. Da gab es Hinweise in der Genetik des Virus, die darauf hingedeutet haben, dass manipuliert wurde.'“

Ich sprach auch mit einem der Autoren des Beitrags, Thomas Hauer. Im Gespräch erzählte er mir davon, dass die Aussage von Kekulé gekürzt wurde. Im ganzen soll Kekulé folgendes gesagt haben, hier von tagesaktuellen Redaktion von Radio Corax nachgesprochen: „Da gab es viele Argumente, unter anderem Luc Montagnier ein ehemaliger Nobelpreisträger, den ich sehr schätze und persönlich auch ganz gut kannte aus dem Institut Pasteur, der hat ja immer gesagt: 'Da wurde was manipuliert, da gab es Hinweise in der Genetik des Virus, die drauf hingedeutet haben, dass manipuliert wurde.' Das habe ich mir sehr genau angesehen als Virologe und kann nur sagen, dass sind nicht einmal starke Indizien, alles was da aufgezählt wurde beweist nur, es könnte im Labor hergestellt worden sein, aber es ist kein Beleg dafür, dass es gemacht wurde.“

Friedemann Weber findet auch die Gesamtaussage Kekulés angesichts der wissenschaftlich widerlegten Hypothese von Montagnier nicht wesentlich besser: „Damit kann man jetzt aber nichts anfangen. Er sagt ja auch nicht, dass Montagnier im Prinzip wissenschaftlichen Blödsinn erzählt hat. Und das ist aber genau der Fall. Also schon rein statistisch gesehen. Man kann nicht so hingehen und sagen, ich nehme jetzt diese Sequenz die ja sehr kurz ist und haue die in die Datenbanken die voll sind mit Sequenzen und habe dann Treffer und sage: 'Das ist der Beweis'.

Denn irgendwas passt da immer, weil das relativ kurze Sequenzen sind. Da ist allein schon von der Wahrscheinlichkeit her die Wahrscheinlichkeit eben sehr hoch. Davon gab es ja einige Ansätze, dass irgendjemand das partout beweisen wollte.“

Beitragsmacher Thomas Hauer, konnte Montagniers Arbeit zum Laborursprung dagegen etwas abgewinnen: „Ja, das ist eben verkürzt, das ist vielleicht mein Fehler, ich wollte bloß, dass er sagt, das war ja der Erste, der Zweifel... Er sagte nämlich hinterher noch 'Also ich hielt jetzt von seinen Theorien nicht so viel', das sagt er natürlich. 'Ich kannte den ganz gut', aber, ne, so, aber bei, Montagnier ist natürlich so, der hat auch einen Haufen Unsinn erzählt, in seiner Forscherkarriere, aber eben da, wo er sich auskennt, glaube ich, da wird er schon was gesehen haben, weil er hat ja den HI-Virus im Prinzip entdeckt und den Infektionsweg und er sagte ja zum Anfang, er findet Teile, also das HIV drin und dann überlegte er, ob der ursprüngliche, der Anspruch war dieses Virus zu konstruieren, ein Impfmittel wäre, weil es gibt solche Überlegungen auch, also wir bauen Erreger, die als Impfmittel funktionieren. Das war seine Prognose im Prinzip. Ob er jetzt damit recht hatte oder nicht, weiß ich nicht, kann ich nicht sagen.“

Im Frühjahr 2020 kamen bereits mehrere Faktenchecks, darunter von Correctiv, The European Scientist sowie Health Feedback zu dem Schluss: Montagniers Behauptungen über die angeblichen Sequenzen des HI-Virus im Genom von SARS-CoV-2, in Bezug auf eine vermeintlich künstliche Herstellung des Virus, waren wissenschaftlich nicht zu bestätigen.

Alexander Kekulé reagierte auf Nachfragen zu seiner Meinung bzgl. der wissenschaftlich widerlegten Hypothese von Montagnier bis Redaktionsschluss nicht.

Das „Proximal Origin“-Paper und der „Lancet-Brief“

Doch im „nano“-Beitrag geht es immer noch weiter mit vermeintlichen Indizien, die auf einen Laborursprung hinweisen sollen.

Ein Verdacht führt zu dem SARS-Forscher Ralph Baric von der Universität North Carolina, der 2018 ein Patent zur künstlichen Veränderung des Corona-Spike-Proteins beantragte. Trotz des Verdachts erschien im März 2020 im Magazin 'Nature Medicine' ein Artikel angesehener Virologen mit dem Titel 'Der unmittelbare Ursprung von SARS-CoV-2'. Sie verorten den Ursprung des Virus klar in der Natur, obwohl nichts klar war. Denn die Virologen sind voller Zweifel. Das belegen E-Mails, die später in den USA freigeklagt werden.“

Ralph Baric beantragte sein Patent bereits im Jahr 2015, im Jahr 2018 wurde dieses lediglich positiv beschieden.

Bemerkenswerter als dieser noch vernachlässigbare Schnitzer ist allerdings, wie manipulativ der Beitrag von „nano“ das Paper „The proximal origin of SARS-CoV-2“ vom März 2020 behandelt. Im Paper schließen die Wissenschaftler nämlich keinesfalls einen Laborursprung zu 100% aus, sondern lediglich eine genetische Manipulation des Virus und weisen außerdem darauf hin, dass das Aufkommen weiterer wissenschaftlicher Daten selbstverständlich eine Veränderung ihres Standpunkts bedeuten würde. Man kann die verwirrende und teils widersprüchlich wirkende sprachliche Darstellung dieser Aspekte in unterschiedlichen Teilen des Papers kritisieren, aber im Beitrag werden Widersprüche zur angegebenen eigenen Deutung des Papers nicht berücksichtigt, sondern verabsolutiert.

Das setzt sich dann auch in der Auseinandersetzung mit später geleakten Mails der beteiligten Wissenschaftler fort. Eine Mail von Edward Holmes wird dabei folgendermaßen übersetzt: Es scheint von Anfang an für die Ausbreitung durch den Menschen präpariert worden zu sein. Es ist die Epidemiologie, die ich am beunruhigendsten finde.“

Im englischen Original, das sogar im Beitrag selbst eingeblendet wird, ist jedoch nicht die Rede von präpariert, sondern pre-adapted. Eine passende Übersetzung? Friedemann Weber findet: „Nein, das ist einer dieser Fälle, wo man sagen muss, das ist hochgradig manipulativ. Pre-adapted bedeutet, dass ein Virus, das in der Wildnis vorkommt, aus reinem Zufall Eigenschaften hat, die es dazu ermächtigen, jenseits seines normalen Wirtsorganismus auch Menschen oder Tiere zu infizieren und das gibt es andauernd.

Vogelgrippe-Virus ist auch pre-adapted um Menschen zu infizieren. Nur so als Beispiel. Oder der Vorgänger der Masernviren, war auch pre-adapted, um dann auf den Menschen zu springen und dort auch zu bleiben. Also das erlebt man andauernd. Oder man denke an das Ebola-Virus, was ja auch kein menschliches Virus ist und trotzdem Eigenschaften hat, die es ihm ermöglichen sich bei Menschen massiv auszubreiten wie wir 2014 erlebt hatten.

Also das so zu übersetzen, als ob das manipuliert worden wäre, das ist schon also ein dicker Hund muss ich sagen.“

Philipp Markolin ist ehemaliger Biomediziner. Bis vor einigen Jahren war er selbst auch noch offen für die Möglichkeit eines Laborursprung von SARS-CoV-2. Mittlerweile hat er ein Buch zum Thema geschrieben, das er im Internet kostenlos zur Verfügung stellt. Lab Leak Fever, zu Deutsch: Das Laborfieber. Während seiner Recherchen zum Buch, hat er mit verschiedenen internationalen Wissenschaftler:innen über den Ursprung von SARS-CoV-2 gesprochen und sagt folgendes zu dieser Übersetzung: „Aus dem Kontext, und das ist ja ein sehr langer Kontext, weil man wirklich alle ihre privaten Nachrichten durchliest, das sind ja doch 40, 50 Seiten, ist es durchaus klar, dass er da nicht gemeint hat 'Ist diese Adaption künstlich hergestellt' und ich habe mit Edward Holmes öfters gesprochen, sondern er war einfach erstaunt, wie dieses Virus so schnell explodieren konnte und woher kam die Fähigkeit des Virus praktisch schon für den menschlichen Wirt geeignet zu sein. Und das heißt aber nicht, dass das durch ein Labor erzeugt wird, wir wissen für Transmission gar nicht, wie man in einem Labor das optimieren kann, das Mal so nebenbei gesagt, das kann momentan niemand gut in der Wissenschaft, sondern einfach Transmission zum Beispiel durch Tierwirte, also aus der Fledermaus heraus, was ist da mit dem Virus passiert, dass es schon den Menschen sehr gut läuft und das war, glaube ich, der Hintergrund dieses, woher kommt diese Präadaption, dass es im Menschen schon sich sehr gut verteilen kann.“

Generell, so Weber und Markolin, würden die internen Zweifel der am „Proximal Origin“-Paper beteiligten Wissenschaftler, die der Beitrag von „nano“ skandalisiert, eigentlich nur eines zeigen: Die Autoren waren eben nicht, wie auch im Beitrag insinuiert wird, Teil einer Verschwörung, sondern haben sich eben offen über alle Möglichkeiten und Bedenken ausgetauscht.

Nachrichten der Wissenschaftler in denen sich gegenteilige Behauptungen finden, etwa vom „Proximal Origin“-Autor Andrew Rambaut, der natürliche Auslese als wahrscheinlichste Erklärung ansah, ohne jedoch komplett einen Laborursprung damals im Frühjahr 2020 zu verwerfen, werden im Beitrag nicht erwähnt. Auch eine Mail des Forschers Ian Lipkin, die in eine ähnliche Richtung argumentiert, wird vernachlässigt.

Thomas Hauer äußerte sich folgendermaßen zur Übersetzung: „Also, ich würde sagen, das ist dann vielleicht eine schluderige Übersetzung irgendwo, aber ich habe das so wahrgenommen, in dem Satz, ne. Also, ich kann in diesem Fachenglisch, kann ich nicht sprechen, ne. Das ist, das ist voll klar, irgendwie.“

Der „nano“-Beitrag schwenkt dann über zu einem Brief in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „The Lancet“ vom Februar 2020. Der sogenannte „Lancet Letter“ soll alternative Herkunftserklärungen zur Pandemie als Verschwörungserzählungen abgetan haben, so heißt es im Beitrag.

Nicht beachtet und eingeordnet wird der zeitliche Zusammenhang. Der Virologe Christian Drosten ordnete den im Februar 2020 veröffentlichten Brief beim Sender ntv im März unter anderem folgendermaßen ein: „Was da drin steht, ist: 'Wir möchten erstmal unsere Solidarität bekunden mit den Kolleginnen und Kollegen, die in den Krankenhäusern und Laboren im Moment', wohlgemerkt letzte Januarwoche, Wuhan im Lockdown, 'im Moment sich persönlich opfern für die Patienten, sich infizieren ohne Impfung, ohne Medikamente und dort kämpfen. Während in Amerika', das ging von amerikanischen Wissenschaftlern aus, die diese Note geschrieben haben, 'hier in Amerika sich gerade politische Kräfte formieren, die zum Teil einzelnen Personen in der Wissenschaft Dinge unterstellen, die ungeheuerlich sind. Die einfach so schwere Vorwürfe sind, dass sie eine Person auch zerstören würden im amerikanischen System.' In China kann man nicht beurteilen. Also im Vordergrund stand die Note, wir erklären unsere Solidarität, wir kennen diese Leute, sind auch nur Menschen.

Zusätzlich stand da drin: 'Wir möchten außerdem verurteilen, solche Verschwörungstheorien irgendwie zu verbreiten.' Und zu der Zeit war der Begriff Verschwörungstheorie in allen amerikanischen Hauptmedien für genau das gleiche Phänomen verwendet in Washington Post, New York Times. Dieser Brief hat da gar keinen Ton gesetzt, der bestand schon längst. Wir haben uns da angeschlossen. Und dann haben wir gesagt: 'Die meisten dieser Viren kommen nun mal aus der Natur.' So, mehr haben wir dazu nicht gesagt.“

Doch der Genetiker Günter Theißen von der Friedrich-Schiller-Universität Jena sieht im Beitrag von „nano“ einen Zusammenhang zwischen „Lancet-Brief“ und „Proximal-Origin“-Paper: „Die Autoren vom Lancet-Brief und vom 'Proximal Origin'-Paper waren so eine Art von, da fallen einem wirklich nur grenzwertige Begriffe ein. Seilschaft, so eine Art Wagenburg, die da gebildet wurde, Beutegreifergemeinschaft, ich weiß auch nicht, ich kann das kaum positiv ausdrücken. Das war eine extrem interessengesteuerte Gruppe.“

Das Problem hierbei: Auch auf Nachfrage konnte mir Theißen bis Redaktionsschluss nicht nachvollziehbar erklären, welcher enge Zusammenhang seiner Meinung nach zwischen den Unterzeichnenden des Briefs in The Lancet und den Wissenschaftlern von „Proximal Origin“ besteht.

Peter Daszak, der als einer der Hauptinitiatoren des Lancet Letters gilt, sagte mir gegenüber im Gespräch dazu: „Die Autoren der 'Proximal Origin'-Studie arbeiteten weder mit mir noch mit unseren Kolleg:innen zusammen. Soweit ich mich erinnere, waren sie auch nicht an dem von uns verfassten Lancet-Brief beteiligt. Tatsächlich waren sie sehr kritisch gegenüber unserer Forschung eingestellt. Wir konkurrierten mit diesen Personen und Organisationen um Fördermittel. Wir sprachen nicht regelmäßig mit ihnen. Sie kritisierten unsere Arbeit ziemlich stark, hauptsächlich, weil sie verärgert darüber waren, dass sie gut finanziert und unterstützt wurde. Ich glaube, es gab einen Leitartikel in einer der Nature-Zeitschriften, in dem die Autoren von 'Proximal Origin' das PREDICT-Projekt, an dem wir beteiligt waren, kritisierten.

Und als die privaten Nachrichten vom Komitee veröffentlicht wurden, waren sie darin äußerst unhöflich mir gegenüber. Zu behaupten, wir hätten mit diesen Leuten eine Clique gebildet, ist schlichtweg falsch. Und es ist nachweislich falsch. Man sollte Dinge genauer recherchieren, bevor man solche Behauptungen vor laufender Kamera aufstellt. Ich meine, kommt schon Leute, überprüft doch mal die Fakten!“

In der Tat kritisierten drei der Autoren des späteren „Proximal Origin“-Papers das PREDICT-Projekt der EcoHealth Alliance unter der früheren Leitung von Daszak in einem Kommentar für die wissenschaftliche Fachzeitschrift „Nature“ im Sommer 2018.

In den privaten Nachrichten, witzelten Autor Robert Garry und Andrew Rambaut über Daszak und schlugen scherzhaft eine Comic-Darstellung von Daszak als verrückten Wissenschaftler vor.

Und auch einige der Autoren des „Proximal Origin“-Papers selbst haben sich auch nach der Veröffentlichung nie komplett gegen die Möglichkeit eines Laborursprungs ausgesprochen. Darauf angesprochen meint Beitrags-Co-Autor Thomas Hauer dann: „Moment, es gibt, Ian Lipkin, glaube ich, ist das, der hat sich komplett distanziert dann von dem Paper und von den Leuten.“

Weder Philipp Markolin noch ich konnten diese Behauptung von Hauer bestätigen, dass Ian Lipkin sich nachträglich vom Paper oder seinen Co-Autoren im Zusammenhang mit dem Paper komplett distanziert habe. Auf Nachfrage dazu, woher er diese Information habe, damit ich sie nachprüfen könne, antwortete mir Thomas Hauer bis Redaktionsschluss nicht.

Worauf Hauer sich hier beziehen könnte, ist unter anderem ein Artikel des BBC aus dem Jahr 2023, laut dem Lipkin Kritik geäußert haben soll, dass die vermeintliche Behauptung des wissenschaftlichen Papers jedweden Laborursprung komplett auszuschließen, zu stark gewesen sei. Auf Anfrage dazu reagierte Ian Lipkin bis Redaktionsschluss nicht.

Kann man daraus ohne mit Lipkin gesprochen zu haben eine komplette Distanzierung vom gesamten Paper und dessen Autoren ableiten? Zumal im BBC-Beitrag erwähnt wird, dass Lipkin weiterhin den Kern des „Proximal Origin“-Papers annimmt und eine genetische Manipulation des Virus ausschließt. Lipkin lehnt demnach weiterhin den grundlegenden Narrativ ab, den der Beitrag von „nano“ bedient, wie wir gleich sehen werden.

Valentin Bruttel und der DARPA-Antrag

Was sind nun aber die angeblich neuen Indizien, die „nano“ für einen Laborursprung gefunden haben möchte? So richtig schlau wurde daraus keine der Personen, mit denen ich sprach. Stattdessen geht der Beitrag von „nano“ auf medial längst diskutierte Aspekte ein, die im wissenschaftlichen Diskurs als widerlegt gelten. So heißt es etwa: „2023 zeigt eine Studie des Bio-Ingenieurs Valentin Bruttel im Detail, wie SARS-CoV-2 konstruiert wurde. Denn für den Genetikexperten liegen die Spuren dafür sichtbar im Genom des Erregers als ein Schnittstellenmuster.“

Die Studie von der hier die Rede ist, wurde nicht im Jahr 2023, sondern bereits 2022 als Preprint veröffentlicht und stammt zudem nicht von Valentin Bruttel allein. Beteiligt daran waren auch die beiden US-amerikanischen Wissenschaftler Alex Washburne sowie Antonius VanDongen.

Drei von Bruttels Kollegen aus der Würzburger Universitätsmedizin hatten öffentlich eine Kritik an der Methodik des Preprints erhoben. Auch der US-Amerikanische Forscher Fuqing Wu stellte in einem peer-reviewten Paper im wissenschaftlichen Journal „Environmental Research“ methodische Mängel der Arbeit fest. Eine wirkliche Beschäftigung mit dieser Kritik am Preprint von Bruttel und Kollegen findet im Beitrag allerdings so gut wie keinen Platz.

Thomas Hauer erklärt die weitgehende Aussparung dieser Kritik folgendermaßen: „Weil ich mit zwölf Minuten extrem lang war. Das war einfach nicht drin, weil die Diskussion gab es auch in der Redaktion, aber dann hieß es auch, wir haben gar keinen Platz dafür, wir zeigen jetzt mal bloß die Dokumente, was gerade diskutiert wird.“

Auf Nachfrage zur Darstellung von Thomas Hauer antwortete mir die Redaktion von „nano“ lediglich: „Das ist nicht korrekt.

Doch die Kritik an Valentin Bruttel ist hier noch längst nicht am Ende angekommen. Am 29. April 2024 stellte er auf der Informationsfreiheits-Plattform FragDenStaat eine Anfrage an die Julius-Maximilians-Universtität Würzburg und forderte die Veröffentlichung sämtlicher Mails der Kollegen, die ihn zuvor öffentlich kritisiert hatten, aus dem Zeitraum Oktober bis Dezember 2022, sofern sie bestimmte Stichworte enthielten, die mit seinem gemeinsamen Preprint zusammenhingen.

Die Universität Würzburg lehnte dies ab. Auf Nachfrage zu den Vorgängen und der Präsenz Bruttels in der Sendung bei 3sat antwortete mir ein Vertreter der Pressestelle des Universitätsklinikums Würzburg schriftlich: „Die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit hat für die Universitätsmedizin Würzburg einen hohen Wert. Im Rahmen dieser Freiheit muss hingenommen werden, dass auch Auffassungen vertreten werden, die Gegenstand wissenschaftlicher Diskussion sind.

Die Universitätsmedizin Würzburg hat während der Corona-Pandemie mit hoher Deutlichkeit auf die Fachexperten aus der Virologie, bzw. der Hygiene und Mikrobiologie am Standort verwiesen und ihr Handeln danach ausgerichtet.

Dr. Valentin Bruttel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Frauenklinik des Universitätsklinikums Würzburg. Seine Arbeiten zum Thema „Corona“ sind nicht eingebunden in die Forschungstätigkeit der Universitätsmedizin Würzburg.

Seine mediale Präsenz erfolgt nicht im Rahmen seiner Dienstaufgabe am Universitätsklinikum Würzburg, sondern in privater Funktion. Daher werden wir hierzu auch keine Stellungnahme abgeben.“

Friedemann Weber kommentiert das Vorgehen Bruttels gegenüber seinen Kollegen mit der FragDenStaat-Anfrage unter anderem folgendermaßen: „Ich weiß nicht genau, was er damit bezweckt, außer denen so ein bisschen noch die Hölle heiß zu machen.“

Ist Bruttels Umgang mit Kollegen in der Wissenschaft üblich? David Gorski ist chirurgischer Onkologe an der und Professor für Chirurgie an der Wayne State University School of Medicine in den USA. Er beschäftigt sich als Chefredakteur der Webseite Science Based Medicine viel mit medizinischen Falsch- und Fehlinformationen sowie Verschwörungserzählungen.

Im Vorfeld unseres Gesprächs wusste er lediglich, ohne den Beitrag gesehen zu haben, dass wir uns über die sogenannte „Laborhypothese“ unterhalten wollen. Ohne das ich ihm erklärte um welche Arbeit es geht, wollte ich wissen: Wie würde es ihm gehen, wenn er ein Preprint veröffentlicht hätte und Kollegen es danach öffentlich kritisieren?

Nun ja, das ist offensichtlich nicht gut. Jemand mit etwas Demut würde vielleicht sagen: ‚Hmm, vielleicht sind wir hier auf dem Holzweg‘, denn es muss schon ziemlich schlimm sein, wenn die Kollegen so einen Brief schreiben. Aber so sehen sie das nicht. Sie denken eher, sie würden unterdrückt, gecancelt oder zum Schweigen gebracht. So sieht es der Verschwörungstheoretiker. Der Wissenschaftler hingegen denkt vielleicht: ‚Puh, wo habe ich nur so einen Fehler gemacht, dass sie so reagieren?‘“

Ohne das ich gegenüber Gorski den Namen von Bruttel oder seinen am Preprint beteiligten Kollegen erwähnte, sagte er zum beschriebenem Umgang von Bruttel mit seinen Kollegen am Universitätsklinikum Würzburg: „Das klingt ganz klar nach Vergeltung. Das ist so, als ob man sagen würde: ‚Ich werde es ihnen heimzahlen oder ich werde etwas finden, womit ich sie schlecht aussehen lassen und ihre Kritik dadurch weniger glaubwürdig erscheinen lassen kann.‘“

Friedemann Weber hat sich die Anfrage von Bruttel bei FragDenStaat angesehen. Er sagt: „Ich sehe jetzt kein Argument wirklich. Er sagt nur die hätten 'keine belege gebracht für die Behauptung'. Da hätte man natürlich schon gern gewusst was er jetzt genau meint.“

Aber was war dieses „signifikante Ergebnis“, das laut Valentin Bruttel von seinen Würzburger Kollegen ignoriert wurde. Auf Nachfrage antwortete er mir via Mail dazu unter anderem:

Wir haben untersucht, ob Erkennungssequenzen von vom Wuhan-Institut für Virologie zuvor verwendeten Genscheren mehr Mutationen aufweisen als der Rest des Genoms. Dies war klar der Fall, und die Chance dass diese Häufung natürlich auftrat lag bei unserer Berechnung bei unter 1:1 Mio. Diese Analyse wurde inzwischen unabhängig reproduziert. Dieses zentrale Ergebnis wurde u.a. in der wissenschaftlichen Stellungnahme der Virologen/Mikrobiologen meiner Uni sowie komplett ignoriert. Ich vermute, dass kein deutschsprachiger Virologe, mit dem Sie sich über meinen Preprint unterhalten, von sich aus dieses zentrale Ergebnis überhaupt erwähnen wird.“

Bruttel verweist in seiner Antwort auf eine vermeintliche unabhängige Reproduktion und verlinkt dazu auf einen Account auf der Plattform X. Der anonyme Nutzer namens „Guy Gadboit“ zeigt eine Abbildung unbekannter Herkunft, die Bruttel als Bestätigung heranzieht. Doch woher kommt diese?

Wie sich herausstellt hat die anonyme Person „Guy Gadboit“ einen Text verfasst, der noch nicht einmal als Preprint eingereicht wurde, mit dem Titel „Hotspots of silent mutation in BsaI/BsmBI sites in the SARS-CoV-2 genome“. Allein das der Text in seiner Konklusion endet mit „Die Schlussfolgerung bleibt dem Leser als Übung überlassen“, sollte stutzig machen. Eine unabhängige wissenschaftliche Überprüfung, sieht anders aus.

Bruttel bestätigte auf Nachfrage, dass der Text nicht publiziert sei und schob dies auf eine vermeintliche Verschwörung von Wissenschaftler:innen und Offiziellen im Bereich öffentliche Gesundheit in den Vereinigten Staaten. Klare Belege dafür, dass sein gemeinsames Preprint oder der nicht einmal als Preprint veröffentlichte Text von „Guy Gadboit“ aufgrund einer Verschwörung abgelehnt wurden, lieferte Bruttel nicht.

Im „nano“-Beitrag heißt es zum nicht in einem Journal mit wissenschaftlich anerkannten Peer-Review-Verfahren veröffentlichten Preprint von Bruttel et al.: „Aber die Studie von Bruttel und seiner zwei Kollegen wurde von keinem Wissenschaftsjournal angenommen. Die Antwort der Redaktionen fiel denkbar einfach aus.“

Bruttel: „Bei uns war die Antwort ganz klar, wir lassen das nicht zum Begutachtungsprozess zu. Wir wollen damit nichts zu tun haben.“

Sagt Valentin Bruttel. Nur werden im Beitrag nicht die Widersprüche in der Darstellung Bruttels erwähnt. Ein Co-Chefredakteur einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift, die das Paper zur Veröffentlichung ablehnte, antwortete Bruttel und seinen Kollegen damals nämlich ebenfalls schriftlich:

Meine persönliche Sorge ist, dass die Arbeit zu spekulativ ist und die wichtigsten Schlussfolgerungen nicht durch robuste phylogenetische Analysen gestützt werden. (…) Leider haben wir einen Punkt erreicht an dem wir akzeptieren müssen, dass wir keine hochqualitativen öffentlichen Gutachten Ihrer Arbeiten anbieten können.“

Valentin Bruttel sprach mir gegenüber von einem vermeintlich vertuschten Gutachten im Zusammenhang mit seiner Einreichung beim entsprechenden Journal. Dieses eine Gutachten, ist tatsächlich voll des Lobes. Das Problem: Dieses Gutachten widerspricht eben nicht der Darstellung des Co-Chefredakteurs. Der wissenschaftliche Begutachtungsprozess bei Forschungsarbeiten, auch beim fraglichen Journal, beruht eben nicht auf Einzelgutachten.

Bruttel scheint auch der Kern der Kritik nicht völlig einleuchtend zu sein. Er schrieb mir: Ich hielt dies für ein unwichtiges, extrem schwaches, konstruiertes Gegenargument. Können Sie erklären, welche phylogenetischen Analysen hier genau gemeint sein könnten?“

Der damalige Co-Chefredakteur antwortete mir auf Nachfrage dazu: Das Problem war eben, dass es keine phylogenetischen Analysen gab. Phylogenetische Analysen sind aber wichtig, um zu zeigen, dass die Sequenzänderungen nicht mit der Geschwindigkeit natürlicher Evolution – die man durch phylogenetische Analysen der gesamten Genomsequenz des Virus misst – vereinbar sind. Ob Herr Bruttel sich ignorant gibt oder nichts von Evolution versteht, weiß ich nicht. Leider lernen Studierende der Molekularbiologie heute nicht mehr die Grundlagen der modernen Evolutionstheorie. Zumindest hat Herr Bruttel in diesem Bereich bislang nicht publiziert und ist daher nicht nachweislich qualifiziert, Aussagen zu treffen, ob eine Virusvariante durch natürliche Evolution oder nicht durch natürliche Evolution entstehen konnte.“

Wissenschaftliche hochangesehene Journale wie Science oder Nature lehnten Bruttels gemeinsames Preprint ebenfalls ab, so dieser gegenüber der Berliner Zeitung im April dieses Jahres. Für Valentin Bruttel Beleg für eine großangelegte Verschwörung gegen ihn und seine beiden Kollegen.

Und auch „nano“ wittert die große Verschwörung:„Ein von der DARPA, der wissenschaftlichen Behörde des Pentagon, veröffentlichter Forschungsantrag von 2018, gibt Bruttel recht. Darin steht bis ins Detail eine komplette Bauanleitung des SARS-CoV-2-Virus. Auf Bestelllisten fanden sich sogar genau die Enzyme, die Bruttel beschrieben hatte, zur Konstruktion eines künstlichen Virus.“

Gemeint ist damit der Antrag mit dem Namen „DEFUSE“, der schließlich nicht zur Förderung durch die DARPA vorgeschlagen wurde. Friedemann Weber hat starke Zweifel daran, dass im „DEFUSE“-Antrag wirklich eine komplette Bauanleitung von SARS-CoV-2 zu finden ist: „Man kannte das Virus ja noch gar nicht. Also das würde ich gerne mal sehen und würde gerne wissen, wie jemand auf so eine harte Interpretation kommt.

Das Wording ist ja tatsächlich: 'Komplette Bauanleitung des SARS-Coronavirus-2'. Das bedeutet Nukleotid für Nukleotid muss es genau dieses Virus sein, was dann später in Wuhan ausgebrochen ist.“

Eine vermeintliche Bauanleitung im DARPA-Antrag, sieht Friedemann Weber also nicht. Doch „nano“, sieht hier natürlich mehr: „Der Antrag wurde 2018 von Peter Daszak eingereicht, in Zusammenarbeit mit Ralph Baric, dem Patentinhaber für die Manipulation des Spike-Proteins. Das Pentagon lehnte aus Sicherheitsbedenken eine Finanzierung ab. Aber Daszak holte sich Geld von Anthony Fauci vom National Institute of Health, dem späteren obersten Corona-Berater der US-Regierung.“

Peter Daszak, ehemaliger Vorsitzender der EcoHealth Alliance, der den damaligen Antrag bei der DARPA stellte, sagte mir gegenüber dazu:„Zu behaupten, wir hätten uns, weil der DARPA-Antrag abgelehnt wurde, an das Nationale Institut für Gesundheit, NIH, gewandt, ist falsch. Es ist absurd zu sagen, der DARPA-Antrag sei ein Plan zur Entwicklung von SARS-CoV-2 gewesen. Und zu behaupten, Fauci hätte das dann heimlich finanziert, ist absurd. All das ist öffentlich. Wenn man eine Förderung vom NIH erhält, wird das Dokument öffentlich zugänglich und man kann die Details einsehen. Der DARPA-Antrag war nur deshalb nicht öffentlich, weil er abgelehnt wurde. Und damit war die Sache erledigt.“

Weder Valentin Bruttel noch der am Beitrag beteiligte Autor, Thomas Hauer, konnten mir auf Nachfrage Quellen liefern die nachweisen, dass die EcoHealth Alliance nach der Ablehnung des DARPA-Antrags Geld vom National Institute of Health für identische Forschung erhielt.

Peter Daszak sagt dazu: „Also, es ist einfach nur lächerlich. Lest euch doch mal den Antrag durch! Er ist jetzt öffentlich, weil er geleakt wurde. Nein, die Förderung ist eindeutig. Ziel und Zweck der Förderung ist es, das Risiko von Coronaviren in Fledermäusen zu verstehen und etwas dagegen zu unternehmen. Ich finde, das ist ein erstrebenswertes Ziel. Letztendlich hatten wir eine Pandemie mit so einem Virus. Diese albernen, aufgebauschten, finsteren Verschwörungstheorien tragen nicht zu unserer Sicherheit auf diesem Planeten bei. Und wir laufen Gefahr, dass ein weiteres Coronavirus auftaucht. Wir haben demnächst Forschungsergebnisse zu einer anderen Gruppe von Coronaviren in Fledermäusen, die ein hohes Risiko für eine Ausbreitung in Südostasien und China birgt. Und was tun wir dagegen? Nichts. Wir stellen die Forschung ein.“

Zudem wird von den Autoren des Beitrags impliziert, dass die DARPA den Antrag allein aufgrund von Sicherheitsbedenken ablehnte, obwohl beiden das vollständige Schreiben wohl vorlag, laut dem wohl an erster Stelle noch ganz andere Bedenken bei der Entscheidung zur Weiterempfehlung eine Rolle spielten. Peter Daszak dazu: „Wenn sie wirklich Bedenken hatten, dass das gesamte Arbeitsprogramm gefährlich und unsicher sei, warum kamen sie dann nach Beginn der Pandemie auf uns zu und versuchten, einen Teil davon zu finanzieren? Ich meine, ich habe die E-Mails. Sie schrieben uns: 'Wir sind daran interessiert dort anzuknüpfen, wo wir aufgehört haben, und wollen einige der verschiedenen Ziele des Förderprogramms finanzieren, jetzt, da uns klar ist, dass die Pandemie begonnen hat.' Ich sehe also nichts ungewöhnliches daran. Ich denke, die Interpretationen der Leute sind schlichtweg falsch.“

Mails, die mir Peter Daszak vorlegte, plausibilisieren den Vorgang und ziehen durchaus in Zweifel, ob Sicherheitsbedenken die ausschlaggebenden Gründe für die Ablehnung waren.

Friedemann Weber kritisiert unabhängig von der Diskussion um den DARPA-Antrag unter anderem an der Arbeit von Bruttel et al.: „Wenn ich jetzt bei SARS-CoV-2 gucke und die Argumentation von Herrn Bruttel mit den Schnittstellen, die angeblich noch dringeblieben sind und Überreste des Bastelns sind, dann sieht man, dass das total unregelmäßig ist. Da sind mal große und mal kleine Fragmente dabei und ein Fragment ist sogar unter 1000 Nukleotide, also das ist absolut minimal und sitzt an einer Stelle im Genom wo es null Sinn macht, dass man vielleicht dieses Stückchen leicht austauschen möchte oder irgendwas, sondern das sitzt mitten in einem Gen drin.“

Bruttel entgegnete mir gegenüber dazu schriftlich: „Wenn der Plan gewesen wäre, nur ein einziges Virus zu generieren, hätte man die Schnittstellen auch verschwinden lassen und die Segmente fast komplett gleichmäßig gestalten können. Wie ihnen aber wahrscheinlich alle Virologen verschwiegen haben, war der Plan im 'DEFUSE'-Antrag nicht, nur ein Virus zu generieren, sondern, sehr viele Rezeptorbindedomänen- und Furin-Spaltstellen-Varianten von Fledermaus-Coronaviren zu generieren, wofür es extrem sinnvoll ist, die Schnittstellen im Genom zu lassen. Dies bedingt eine nicht ganz gleichmäßige Verteilung der Segmente.“

Außerdem meinte Bruttel: „Es gibt ca. 600 kommerziell verfügbare Restriktionsenzyme. Wir haben die Nutzung von zweien postuliert.“

Laut Friedemann Weber werfen diese Antworten Bruttels wieder zahlreiche weitere Fragen auf. Weber zufolge gebe es nicht ca. 600 kommerzielle, sondern lediglich etwa 50 kommerziell verfügbare Restriktionsenzyme vom Typ IIs. Weber kritisierte schriftlich zudem später: „Die Verteilung der Schnittstellen macht auch dann keinen Sinn, wenn man viele verschiedene Viren generieren will. Weder die Rezeptorbindedomäne noch die Furin-Spaltstelle sind von den von ihm markierten Schnittstellen flankiert. Für einen Austausch interessanter Stellen taugen die schlicht nicht.“

Peter Daszak sagt zu Valentin Bruttel und der Daszak selbst im Beitrag von „nano“ zuteilwerdenden Rolle: „Er spricht in der Sendung auch darüber, dass er seinen Artikel nicht veröffentlichen kann. Ich weiß aus Erfahrung, dass man verbittert und wütend ist, wenn ein Artikel abgelehnt wird. So geht es den meisten Wissenschaftler:innen. Ich bin sicher, er ist sehr verbittert und wütend, dass die Gutachter:innen seinen Artikel begutachtet und für unbrauchbar befunden haben. Aber sehen Sie, das heißt nicht, dass ich Teil einer Clique von Wissenschaftler:innen bin, mit denen ich gar nicht spreche.“

Das Bruttel und seine Kollegen also recht hätten, wie im Beitrag behauptet, aufgrund des bereits vor längerer Zeit veröffentlichten Antrags der EcoHealth Alliance bei der DARPA, konnte ich aufgrund der vorhandenen Quellen- und Faktenlage nicht bestätigen.

Inwiefern nun also der Einsatz der Enzyme und der abgelehnte DARPA-Antrag nun die Hypothesen ihres Preprints wissenschaftlich untermauern sollen, bleibt damit nicht nur offen, sondern wird klar von Fakten widersprochen, die im Beitrag von „nano“ nicht zur Sprache kommen.

Statt wissenschaftlich gesicherter und peer-reviewter Forschung, geht es im Beitrag von „nano“ weiter mit Verschwörungsnarrativen. Da heißt es dann: „Was wirklich in Wuhan geschah, bleibt weiterhin Spekulation, aber eine Verbindung scheint es zu geben. Als einzige westliche Virologin im dortigen Hochsicherheitslabor forschte die Australierin Danielle Anderson. Nach eigenen Angaben an Ebola-Viren, aber die meisten ihrer Veröffentlichungen handeln von SARS-Viren. Im November 2019, kurz vor dem Ausbruch der Pandemie, verschwindet sie aus Wuhan. Fakt ist, ihr Name taucht auch in dem DARPA-Antrag als leitende Forschungsmanagerin auf.“

Als Eindruck könnte hier unter anderem hängenbleiben, dass Anderson aus ihrer Forschung an SARS-CoV-1, dem Vorgänger von SARS-CoV-2, ein Geheimnis machte. Zuschauer:innen könnten hier ebenfalls mitnehmen: Anderson war direkt mitverantwortlich für den Tot von Millionen von Menschen und verschweigt dies nun. Doch die Fakten widersprechen auch hier erneut der Darstellung.

Die Forscherin hat eine eigene Seite auf der öffentlichen Internetseite Researchgate, auf der alle ihre Publikationen einsehbar sind. Korrekt ist auch nicht, dass die meisten ihrer Publikationen von SARS-Viren handelten.

Eine eigene Auswertung von mir anhand von Andersons Veröffentlichungen bei Researchgate und einem Abgleich mit ihren angegebenen Veröffentlichungen auf der wissenschaftlichen Datenbank PubMed ergaben, dass Anderson im ungefähren Zeitraum ihrer Beschäftigung in Wuhan zwischen 2017 bis Ende 2019, ebenso häufig zu Zika- und MERS-Viren veröffentlichte, wie zu SARS-CoV-1.

Eine unzureichende Recherche oder gar manipulative Absicht will Hauer im Gespräch mit mir nicht erkennen. Er verweist lediglich auf ein Gespräch der Nachrichtenseite Bloomberg mit Anderson im Sommer 2021 und gibt ihr die Verantwortung dafür, ihre entsprechende Forschung darin nicht genannt zu haben: „Du hast natürlich in ihrer Aussage, ich habe das und das gemacht dort, hätte sie ja sagen können: 'Also, ich hab ja auch an SARS-Viren geforscht, aber ich habe nichts beobachtet, das da passiert sein könnte.'“

Zur Erinnerung: Anderson hat eine öffentlich einsehbare Seite zu ihren Publikationen, aus der ihre Forschung an SARS-CoV-1 hervorgeht. Zudem spricht sie auch bei Bloomberg nicht nur von ihrer Forschung an Ebola-Viren, sondern auch von Nipah-Viren. Letzteres räumt Hauer auch ein: „Eigentlich hat sie an Viren geforscht, die in Fledermäusen eigentlich als Reservoir da sind. Und das ist Nipah und ist Ebola natürlich auch. Aber die Frage, die bleibt ja weiter, dass ich dieses 'DEFUSE'-Paper habe, und da steht sie schon, während sie auch in Wuhan ist, als leitende Forschungsmanagerin drin. Und das ist das Einzige, was ich zeige. Also muss ich sagen, okay, Frage. Und sie wird natürlich nie, egal was passiert ist, nie sagen: 'Ich war dabei, ich habe es gemacht.' Die Antwort wird immer heißen: 'Ich weiß es nicht, ich habe nichts beobachtet.' Also mehr kannst du aber nicht machen. Ich kann ja nicht dieses 'DEFUSE'-Paper zeigen irgendwie und da steht ihr Name einfach drin. Und die sind natürlich verbandelt, das ist eine Forschungscommunity.“

Zur Erinnerung: Der DEFUSE-Antrag wurde nie weiterfinanziert oder weitergeführt. Warum Hauer und sein Kollege die öffentlich einsehbare Forschung von Anderson zu SARS-CoV-1 im Beitrag nicht erwähnt, bleibt unklar.

Hamann: „Fänden Sie es nicht trotzdem fair, sie anzufragen?“

Hauer: „War in dem Moment nicht so, also...“

Das Gespräch mit Peter Daszak zeigt, warum sich eine Anfrage bei den vermeintlichen Verschwörer:innen eventuell lohnen könnte, auch wenn Daszak einer Anfrage an Anderson wenig Erfolgsaussichten einräumt. Er erklärt, dass Anderson später schlicht eine neue Stelle in Singapur unter Leitung des Forschers Linfa Wang angetreten habe: „Meines Wissens hat sie eine Stelle bei Linfa in Singapur angenommen. Im Video wird behauptet, sie sei aus Wuhan verschwunden. Nein, sie hat eine andere Stelle angenommen. Man sollte keine Geschichte erfinden, wo keine ist. Genau das war das Problem mit den Verschwörungstheorien um Laborunfälle während der gesamten Pandemie: Es werden Verbindungen zwischen Personen hergestellt und eine falsche Geschichte konstruiert, die mit emotionaler Sprache aufgebauscht wird. Und die Person, die angegriffen wird – in diesem Fall Danielle Anderson –, zögert, sich öffentlich zu äußern. Denn wenn man es tut, wird man ins Kreuzverhör genommen, und das ist furchtbar. Man wird durch diese Dinge immer wieder retraumatisiert. Sie hat sehr darunter gelitten. Es hat ihrem Ruf geschadet. Nach großem Druck hat sie schließlich die Stelle in Singapur gekündigt. Und sie versucht, das Ganze zu ignorieren und das völlig zu Recht. Dadurch, dass sie schweigt, können diese Geschichten immer ausgefeilter, immer reißerischer und immer unwahrer werden. Und es ist eine unwahre Geschichte. Da steckt nichts Böses dahinter. Alles drehte sich um ihre Arbeit im Wuhan-Labor oder um sie selbst. Und dass sie an dem DARPA-Antrag beteiligt war, ist offensichtlich. Sie arbeitete mit Linfa zusammen. Linfa ist an dem DARPA-Antrag beteiligt. Daher leitet er ihn natürlich an eine seiner Top-Wissenschaftlerinnen zur Überprüfung und Kommentierung weiter. Ganz normales Vorgehen."

Auch der Virologe Christian Drosten spielt im Beitrag eine Rolle. So heißt es etwa an einer Stelle, dass Drosten zu einer verschworenen Gemeinschaft von Wissenschaftler:innen gehöre und es wird behauptet: „Aber seit Anfang dieses Jahres hält er plötzlich doch einen Laborunfall zumindest für möglich.“

Tatsächlich hat Christian Drosten, wie aus unterschiedlichsten Quellen verschiedener Jahre hervorgeht, einen Laborunfall öffentlich nie komplett ausgeschlossen. Er hielt ihn nach eigener Aussage immer prinzipiell für möglich, aber nicht unbedingt für plausibel.

Damit konfrontiert, reagierte Thomas Hauer folgendermaßen: „Du wirst es natürlich immer in einem solchen Beitrag verkürzen, du hast nicht eine Doppelseite in einer Zeitung irgendwo, wo du alles im Detail beschreiben kannst, sondern hier war auch der Sonderfall, dass wir wirklich viel Zeit gekriegt haben, weil die Redaktion fand, dass es ein wichtiges Thema ist, ne, und natürlich wird jemand wie Christian Drosten, der ein Standardwissenschaftler ist, einfach die Falsifizierbarkeit mit einrechnen, das heißt, er wird sich immer eine Hintertür freilassen, das ist auch klug.“

Die Behauptung, Drosten würde einen Laborunfall als Möglichkeit erst seit Anfang des Jahres für möglich halten, ist nicht nur hochgradig manipulativ, sondern nach meinen Recherchen schlicht eine falsche Tatsachenbehauptung.

Zur Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes und der Rolle von Christian Drosten hatte Thomas Hauer als einer der Autoren des „nano“-Beitrags bemerkenswertes zu sagen. Zum Verständnis: Im gleich folgenden Ausschnitt unseres Gespräches ist mit „Kahl“ Bruno Kahl gemeint, der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes. Darauf angesprochen, dass Christian Drosten selbst die öffentliche Freigabe der Rohdaten des Bundesnachrichtendienstes forderte, sagte Hauer: „Da muss ich interessanterweise sagen, okay, der fordert natürlich, er braucht die Rohdaten, das ist richtig, ne? Ich habe bloß immer drüber nachgedacht, das ist jetzt eine reine Spekulation von mir: Drosten war von Anfang an der oberste Berater der Regierung. Wenn im März 2020 der Kahl ins Bundeskanzleramt geht und legt ja ein Paper auf den Tisch und sagt: 'Wir haben das und das herausgefunden', dann wird doch Drosten dazugezogen. Das kann doch nicht sein, dass er nichts weiß.“

Nur hat Christian Drosten zu seiner Rolle in Bezug auf den Bericht des Bundesnachrichtendienstes bereits im März, also Monate vor dem „nano“-Beitrag, im bereits angesprochenen Gespräch mit ntv auf Nachfrage folgendes gesagt: „Ich kann Ihnen sagen, ich bin im Januar das erste Mal da dazugebeten worden und für mich war das alles vollkommen neu.“

Hinweis“ und „Beweis“ vertauschen

Schließlich heißt es im Beitrag von Hauer und Kirschey dann sogar noch: „Allerdings sind bisher keinerlei Hinweise für einen natürlichen Ursprung aufgetaucht. Dafür weisen alle Indizien eher auf einen Laborunfall hin.“

Philipp Markolin, der sich als ehemaliger Biomediziner seit längerem mit der Herkunft von SARS-CoV-2 beschäftigt, hat dazu folgendes zu sagen: „Das ist absolut falsch. Also ich habe, ich habe mir auch ein paar Zitate rausgeschrieben und das war eines von denen, was ich eigentlich als eine ziemlich dreiste Falschheit darstellen würde. Weil man kann sagen, es gibt keine eindeutigen Beweise für einen zoonotischen Ursprung. Okay, dann ist man auf wissenschaftlichem Boden, weil ein wissenschaftlicher Beweis und in der Biologie gibt es Beweise sowieso nicht in diesem Sinne. Da gibt es dann Evidenz und Evidenz suggeriert natürlich etwas, aber Beweise, okay, sehe ich ein, aber keine Evidenz oder keine Hinweise auf einen zoonotischen Ursprung, das finde ich, ist eine dreiste Falschbehauptung.

Wenn man jetzt auf die Laborhypothese schaut, es gibt kein einziges Stück an Evidenz, was einen Laborursprung praktisch hinweisen würde. Tatsächlich wird sehr viel Evidenz, die man gefunden hat, die verifiziert ist, die widerspricht eigentlich dem Großteil der Szenarien, die von den Laborursprungsproponenten vorgetragen worden sind. Das Beklommenheitsgefühl wird aufrechterhalten, aber die Evidenz ist schon lang weiter. Also mittlerweile gibt es eigentlich keine wissenschaftlich vertretbare Laborursprungshypothese, die mit den Daten, die wir haben, die verifiziert sind, irgendwie plausibel übereinstimmbar sind.“

Und auch der Direktor des Instituts für Virologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Friedemann Weber, sieht diese Behauptung im Beitrag als eindeutig falsch an: „Es gibt jede Menge recht aktueller Literatur, die immer feiner das auflöst und sieht das auf diesem Tiermarkt, sogar die Ecke konnte man bestimmen wo höchstwahrscheinlich die Übertragung stattgefunden hat. Man hat Virussequenzen gefunden obwohl der ganze Tiermarkt und das muss man den Chinesen natürlich wirklich vorwerfen, dass sie das alles so schnell wie möglich geputzt gereinigt und die Tiere gekeult haben, dass da keine Spuren mehr oder sie dachten, dass keine Spuren mehr übrig sind und trotzdem haben die Leute noch, obwohl ich glaube sogar zweimal das beprobt haben, mit ganz schönem Zeitabstand, sie haben noch Sequenzen des Virus gefunden und sie haben das vor allem in einer Ecke gefunden, das ist genau die Ecke wo diese entsprechend empfänglichen Tiere auch gehalten wurden in Käfigen und da hat man auch DNA gefunden dieser Tiere die Muster sozusagen stimmen überein und man hat auch DNA-Sequenzen von Menschen natürlich gefunden die dort dann auch unterwegs waren.

Also und das ist nur einer der vielen Hinweise. Abgesehen davon, dass man in der freien Wildbahn immer wieder Verwandte findet mit SARS-CoV-2 und das ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, dass man auch ziemlich genau den Vorfahren findet, höchstwahrscheinlich in Fledermäusen. Also von daher ist es schon ganz schön ignorant, sage ich jetzt tatsächlich mal, zu behaupten dass es da keine Hinweise für gäbe für den natürlichen Ursprung.“

Und Beitrags-Co-Autor Thomas Hauer? Der steht in unserem Gespräch zunächst hinter der Behauptung, dass es keinerlei Hinweise auf einen natürlichen Ursprung gäbe: „Ja, weil ich habe mal die ganzen Papers verfolgt eigentlich, die sich natürlich gerade nach dem Bekanntwerden, wie schwierig die sich getan haben mit dem Nature Medicine „Origin“-Beitrag, ständig also irgendwelche Studien rausgebracht haben, die aber alle erstmal nichts belegen.“

Hauer widerspricht sich jedoch mehrfach selbst in unserem Gespräch. Angesprochen auf empirische Beobachtungen zum Ausbruchsgeschehen in Wuhan, im Zusammenhang mit dem Tiermarkt, die auf einen möglicherweise natürlichen Ursprung hinweisen, macht er eine Rolle rückwärts und sagt schließlich: „Nein, nein, das halte ich schon für einen Hinweis. Also ich könnte jetzt überzeugt sein, anhand von den Daten, die es da gibt, dass tatsächlich der Ausbruch auf dem Markt stattgefunden hat. Aber woher kommt dieses Virus?“

Auf diesen Widerspruch angesprochen, passiert jedoch folgendes in unserem Gespräch:

Hamann: „Jetzt haben Sie natürlich gesagt, ja, das ist ein Hinweis. Aber im Beitrag sagen Sie, wie gesagt, es gibt keine Hinweise. Wie passt das jetzt zusammen?“

Hauer: „Nein, das ist für mich erstmal kein Hinweis dafür, dass es unbedingt aus der Natur kommt.“

Ich lasse nicht locker und frage erneut nach:

Hamann: „Da muss ich nochmal fragen, Sie haben jetzt vor wenigen Minuten gesagt: 'Ja, das ist ein Hinweis.' Jetzt rudern Sie zurück: 'Ne, es ist jetzt doch kein Hinweis.' Was ist das jetzt nun? Weil es gibt einen Unterschied zwischen einem Beweis und einem Hinweis.“

Hauer: „Okay, wir machen jetzt ein bisschen Sprachtheorie. Wenn ich sage Hinweise, es gibt, du kannst das als Hinweis nehmen, da auf dem Nassmarkt entsteht dieses Virus, wahrscheinlich haben es dahingeschleppt, die Lieferanten aus der Nähe dieser Höhlen und da ist was passiert. Aber es ist ein relativ schwacher Hinweis gegenüber den anderen, die es gibt.“

Ich hake wenig später erneut ein:

Hamann: „Aber jetzt bewerten sie ja gerade die Stärke des Hinweises. Das kann man ja machen, was ich mich aber frage ist, also wir sprechen schon davon, dass es ein Hinweis ist. Jetzt sagen sie: 'Ja, es ist aber ein schwacher Hinweis.' Spielt das eine Rolle erstmal im ersten Moment dafür, wenn man in einem Beitrag, in einer Wissenschaftssendung sagt, es gibt keinen Hinweis. Aber jetzt sagen: 'Ja, es gibt doch einen Hinweis.' Egal erstmal, wie stark der ist, aber es gibt den ja. Wie sinnvoll ist es aus ihrer Sicht, das so zu behaupten? Weil macht das nicht letztendlich den Beitrag schwächer?“

Hauer: „Das kann schon sein, aber ich glaube, also auf dieses Detail würde ich mich jetzt nicht einlassen.“

Auf die Frage hin, warum im Beitrag wider der wissenschaftlichen Diskussion die Rede davon ist, dass es keine Hinweise auf einen natürlichen Ursprung der Pandemie gebe, antwortete mir die Redaktion von 3sat schriftlich: „Auf Grundlage unserer Recherchen gibt es lediglich Indizien, aber keinen belastbaren Beweis für einen natürlichen Ursprung, der allgemein anerkannt wäre.“

Die Worte „Indiz“ und „Hinweis“ werden in der Wissenschaft i.d.R. synonym gebraucht.

Konklusion

Was bleibt von „Das laute Schweigen - kam die Pandemie doch aus dem Labor?“, dem Beitrag von Thomas Hauer und René Kirschey für die Wissenschaftssendung „nano“ im öffentlich-rechtlichen Sender 3sat? Bei genauerer Betrachtung fällt die Geschichte, die die beiden in ihrem Beitrag vom Ursprung der Pandemie zeichnen, in sich zusammen. Doch um diese Schwächen zu begreifen, bedarf es einer umfangreichen Recherche und Auseinandersetzung mit den Fehl- bis Falschinformationen, die darin unter anderem verbreitet werden. Für gewöhnliche Zuschauer:innen könnte hier der Eindruck hängen bleiben, dass eine finstere Verschwörung im Gange ist.

Philipp Markolin sagt, auf die Frage hin, ob der Beitrag Verschwörungsnarrative verbreitet: „Da brauche ich gar nicht viel dazu sagen, das ist, nicht fundiert, was sie machen, es ist sehr einseitig und auch das Framing, das sie aufbauen, finde ich sehr bedenklich. Da wird immer wieder Partei ergriffen, also ich finde das absolut nicht mit der wissenschaftlichen Evidenz eigentlich vereinbar.“

Und auch für Friedemann Weber ist der Fall klar und er resümiert zum Beitrag: „Naja, also man kann eigentlich sagen, das ist schon eine in der Richtung, weil das ist ja so ein absolutes Statement von ihm. Er sagt, es kann ja, durch die Blume gesagt sozusagen oder angedeutet, dass es eigentlich der Grund ist, warum jetzt der arme Herr Bruttel sein Manuskript immer noch nicht unterbringen konnte und derweilen.

Ähnlich wird ja auch in dem Beitrag vorgegangen, da muss ich nochmal zurück auf „nano“ kommen, was ich eben auch manipulativ fand, weil es wurde ja in dem Film zuerst dieses Manuskript gezeigt, wo die Autoren quasi zur Schlussfolgerung gekommen sind: 'Am wahrscheinlichsten ist ein natürlicher Ursprung'. Und hinterher werden dann aus den E-Mails, die hin und her gegangen sind diese Autoren, Ausschnitte gezeigt, wo man eben sieht, dass sie miteinander diskutiert haben.

Also die zeitliche Reihenfolge ist erst Manuskript, Schlussfolgerung natürlicher Ursprung und dann: 'Oh, aber hier haben sie ja diskutiert und haben auch einen Laborursprung in Betracht gezogen.' Und in Wirklichkeit war es aber andersrum. Die Diskussionen gingen natürlich diesem Manuskript voraus und das Endergebnis dieser ganzen Diskussionen, Wissenschaftler diskutieren nun mal und die diskutieren auch alle Möglichkeiten durch und geben denen bestimmte Wahrscheinlichkeiten, also natürlich wurde zuerst diskutiert und dann das Paper rausgebracht. Von daher ist das auch so ein bisschen das wird hier auch der Eindruck erweckt als ob intern die Leute eine ganz andere Meinung haben wie das was sie dann publizieren und das ist für mich schon eine Verschwörungstheorie, weil das ist nicht der Fall.

Also was den Beitrag angeht wie gesagt, ist mein Punkt zum einen, dass wirklich extrem einseitig berichtet wird und offenbar haben die entsprechenden Redakteure jetzt auch nicht mal die Hintergründe abgeklopft dieser Diskussion. Ansonsten hätten sie vielleicht noch ein paar andere Leute eingeladen.

Christian Drosten hat ja abgesagt. Offenbar haben sie niemand anders gefragt. Also mir ist es nicht zu Ohren gekommen und ich selbst wurde auch nicht gefragt. Und es gibt auch andere Leute, jede Menge Leute, die sich auskennen mit dieser Technologie. Und auch die aktuelle Literatur über den natürlichen Ursprung des Virus, die ja wirklich reichhaltig und hochqualitativ ist, wurde komplett ignoriert und stattdessen wurde behauptet: 'Es gäbe keine Indizien dafür, dagegen häufen sich die Indizien für den Laborursprung.' Das einzige Indiz, in Anführungszeichen, das sich für den Laborursprung aber überhaupt aufgetan hat in jüngster Zeit ist die BND-Meldung, die obskure, wo man überhaupt nicht weiß was dahinter steckt weil man eben die Rohdaten nicht kennt. Also das ist schon schwach für eine Wissenschaftssendung.“

Ironischerweise war es wohl genau diese BND-Meldung, die das Interesse von Hauer und Kirschey an einem weiteren Beitrag zum Thema geweckt haben soll.

Thomas Hauer: „Natürlich gibt es welche, die haben Ahnung und die sagen dann, ja, da kritisieren wir das und das dran. Und da wirst du in eine riesige Diskussion reingezogen. Sondern unsere Frage ist nur, was steht in diesem scheiß BND-Paper für die Regierung?“

Nur spielt das BND-Paper im Beitrag selbst so gut wie keine Rolle. Hauer, der laut eigener Aussage nicht festgelegt sei, was den Ursprung der Pandemie angeht, sei es jedoch auch darum gegangen vermeintlich zu unrecht geschassten Wissenschaftlern eine Stimme zu geben: „Und ich wollte eigentlich im Prinzip, weil es mehr eigentlich in die Richtung gehen soll, wie kommt man sich jetzt vor, man wird dann angeschossen und darf nicht veröffentlichen oder irgendwie, was für eine Haltung hat man dann da?“

Währenddessen dürfen die laut Hauer zu unrecht geschassten Valentin Bruttel und Günter Theißen im Beitrag von vermeintlichen Verschwörungen berichten. Bruttel zieht gar im Beitrag Parallelen zum Missbrauchsskandal bei der Katholischen Kirche. Bzgl. der Kritik an seinem Umgang mit seinen Würzburger Forscherkollegen sprach er mir gegenüber von Täter-Opfer-Umkehr.

Was Danielle Anderson darüber denkt, der im Beitrag anhand von nichts mehr als Behauptungen implizit eine mögliche Mitverantwortung für den Tod von Millionen Menschen gemacht wird oder zumindest eine Vertuschung der angeblichen wahren Ursache? Oder die Autoren des „Proximal Origin“-Papers? Christian Drosten?

Rund einen Monat nach der Veröffentlichung des „nano“-Beitrag schrieb ein Großteil der ehemaligen Autoren des „Proximal Origin“-Papers einen Kommentar im Medium „The Conversation“. Darin stellten sie klar, dass sie die Möglichkeit eines Laborursprungs nicht ausschließen, aber das bislang keine Evidenz dafür aufgetaucht sei, dies zu bestätigen. Und sie schreiben auch davon, dass die Idee, das SARS-CoV-2 aus einem Labor stammen könne, nicht zwangsläufig eine Verschwörungserzählung sei, aber sie schreiben auch, dass sie von Verschwörungsideologen attackiert würden und das Expert:innen von diesen verleumdet werden.

Hauer und Kirschey haben all diese Wissenschaftler:innen, abgesehen von Christian Drosten, nicht für ihren Beitrag angefragt. Die Gründe, die Hauer dafür angibt, sind vielfältig. Tatsächlich hinterlässt all dies jedoch den Eindruck, als ob die vermeintliche Offenheit, die mir Hauer bezüglich seiner Einstellung zum Ursprung der Pandemie auftischte, nichts weiter als das ist, was er nach meinem Verständnis Wissenschaftlern wie Drosten unterstellt: ein Feigenblatt.

Einen weiteren Gesprächspartner hat er nämlich durchaus angefragt, der ihm abgesagt habe und der ist nun auch nicht gerade für eine Offenheit zur Frage der Pandemieherkunft bekannt: „Ich hätte gerne Wiesendanger gehabt und der hat es abgelehnt. Der sagt, der redet nicht mehr mit dem ZDF. Ich finde es schlimm, was sie mit ihm gemacht haben. Also, fand ich damals schon, fand ich also völlig unfair, weil sich keiner um die Argumente gekümmert hat, sondern der wurde angeschossen als Person. Finde ich unmöglich irgendwie.“

Roland Wiesendanger ist Physiker. Seine vermeintlichen Argumente für einen Laborursprung wurden eben nicht wie von Hauer behauptet medial völlig außeracht gelassen. Die WDR-Quarks Science Cops, haben sich eine vermeintliche Studie Wiesendangers bereits im Februar 2021 im Detail angesehen und auf ihren wissenschaftlichen Wert und Aussagekraft hin bewertet. Viel an wissenschaftlichem Mehrwert blieb dabei nicht übrig.

Zu behaupten niemand habe sich damit also inhaltlich auseinandergesetzt, ist irreführend. Die ZEIT traf sich sogar mit Wiesendanger im März 2021 und räumte ihm ein Gespräch ein. Fazit damals: Wiesendanger sei kein Verführer oder Demagoge, sondern lediglich eine tragische Figur.

Rückblickend eine bemerkenswerte Fehleinschätzung, denn Wiesendanger war in der Zwischenzeit beim Who-Is-Who der deutschsprachigen Verschwörungsplattformen, darunter auch ein solches, mit rechtsextremen und antisemitischen Einschlag, zu Gast.

Und auch der Beitrag von „nano“ ist in verschwörungsideologischen Sphären positiv rezipiert worden. Beispielhaft kann hier etwa die „Children's Health Defense“ erwähnt werden, eine Impfgegner:innen-Organisation, früher geleitet vom Impfgegner und Verschwörungsideologen Robert Ford Kennedy Jr., der mittlerweile Gesundheitsminister der Vereinigten Staaten ist.

In ihrem Buch „True Facts – Was gegen Verschwörungstheorien wirklich hilft“ von 2022, schreiben die beiden Expertinnen für Verschwörungsglauben, Katharina Nocun und Pia Lamberty: „All diese geschilderten psychologischen Zusammenhänge machen deutlich, dass der Glaube an Verschwörungen oft weniger mit den vermeintlichen Verschwörern als vielmehr mit dem eigenen Selbst als Verschwörungsgläubigen zu tun hat.

Es wirkt intellektuell davon abgesehen auch nicht ganz aufrichtig anderen Manipulation vorzuwerfen oder diese zumindest zu implizieren, wenn man selbst mindestens den Eindruck erweckt als Journalist genauso zu agieren.

So findet im Beitrag auch keine Erwähnung, dass Valentin Bruttel sich mindestens die Möglichkeit eines Laborursprungs, bzw. Unfalls bei zwei Ebola-Ausbrüchen in den Jahren 2014 und 2021, dem MPOX-Ausbruch von 2022 sowie bei der Entstehung von RSV und HIV in der Vergangenheit offenhielt.

Was sagt Bruttel selbst dazu? Sind diese Pandemien und Ausbrüche seiner Meinung nach auch auf Laborunfälle zurückzuführen?

Valentin Bruttel: „Nein, ich sehe bei diesen Ausbrüchen gewisse molekulare Hinweise darauf, dass sie nicht rein natürlich entstanden sind, und denke dies sollte systematisch untersucht werden.“

Philipp Markolin meint dazu: „Das widerspricht natürlich nicht nur dem wissenschaftlichen Konsensus, sondern einer ganzen Reihe darunterliegender Daten und Evidenz die dutzende, wenn nicht hunderte, Wissenschaftler zusammengetragen haben.

Nehmen wir HIV, die falsche Anschuldigung, dass das AIDS-Virus aus einem missglückten Polio Experiment in Affen aus den 50er Jahren kommt, kann man natürlich nur machen wenn man entweder nicht versteht, das die besagten Affen eine phylogentisch komplett andere Linie aufzeigen als jene, die dem HIV-Stammbaum zuzuorden sind.

Oder dass man schon Daten hat die 30 Jahre früher auf Infektionen hinweisen, bevor diese Experimente überhaupt durchgeführt wurden. Tatsächlich geht der Ursprung von HIV einher mit der ersten großen Verstädterung im Kongo in Kinshasa, zu Kolonialzeiten war das noch

Leopoldsville genannt, wo das AIDS-Virus durch mindestens 4 unabhängige Sprünge von Affen zu Menschen stattfand und sich so im Menschen zur Zeit dieser großen Verstädterung etablierte.

Ebola ist ein anderes Beispiel. Ebola seit den 70er Jahren ist es über 30 mal in Westafrika ausgebrochen und auch hier haben Wissenschaftler gezeigt, dass Ebola nicht nur über zoonotische Sprünge zu einem Ausbruch führen kann, sondern das es auch "stille" Infektion in Überlebenden gibt, die über Jahre hinweg z.B, im Sperma existieren und ansteckend bleiben kann.

Wenn Dr. Bruttel jetzt mehrere Ebola-Ausbrüche auf irgendein Labor zurückführt, zeigt das leider wieder nur eine gewisse Neigung von ihm, gepaart vielleicht mit einer gewissen willentlichen Ignoranz, wissenschaftliche Daten, die oftmals unter schwersten Bedingungen gesammelt wurden, nicht ernst zu nehmen oder einfach zu verwerfen, um stattdessen in jede mögliche und meistens sogar unmögliche Lücke unseres Wissens seine Laborursprungstheorien zu stipulieren. Für mich lässt sich dieses Verhalten nicht mit einer wissenschaftlichen Seriosität vereinbaren, sondern eher mit dem Eifer eines Aktivisten.“

Die Frage zur Herkunft von SARS-CoV-2 bleibt weiterhin nicht abschließend geklärt, auch wenn die Hinweise derzeit weiterhin eher auf einen natürlichen Ursprung hindeuten. Der „nano“-Beitrag im öffentlich-rechtlichen Sender 3sat jedenfalls, soviel steht fest, ist kein gelungener Wissenschaftsjournalismus, sondern ein katastrophales Lehrbeispiel dafür, wie guter Wissenschaftsjournalismus auf keinen Fall sein sollte.

Auf die Frage hin, ob Thomas Hauer und René Kirschey den Beitrag im Rahmen ihrer Produktionsfirma für „nano“ erstellt haben oder ob beide als freie / feste Autoren an der Erstellung des Beitrags für die „nano“-Redaktion verantwortlich waren und welche Rolle oder Rollen die beiden Autoren in der Redaktion von „nano“ einnehmen, hieß es von Seiten der „nano“-Redaktion lediglich: „Wir bitten um Verständnis, dass wir zu vertraglichen oder produktionstechnischen Hintergründen keine Angaben machen.“

Zur Frage, warum die Kritik am Preprint von Bruttel et al. nicht im Beitrag thematisiert wurde, antwortete die Redaktion: „Ziel des Beitrages war es, die Indizien für einen Laborunfall zu beschreiben und nicht, Laborthese und die These eines natürlichen Ursprungs gegenüberzustellen.“

{Wiederholung des Auszugs aus dem „nano“-Beitrag}:„Allerdings sind bisher keinerlei Hinweise für einen natürlichen Ursprung aufgetaucht. Dafür weisen alle Indizien eher auf einen Laborunfall hin.“

Gleichzeitig reagierte die „nano“-Redaktion auf eine Bitte um Stellungnahme zu den Vorwürfen, Verschwörungserzählungen im Beitrag zu verbreiten, jedoch so: „Wir weisen den Vorwurf zurück, Verschwörungserzählungen zu verbreiten. Unser Ziel ist es, unterschiedliche wissenschaftliche Positionen darzustellen, insbesondere bei komplexen und kontroversen Themen. Dabei achten wir auf eine ausgewogene und faktenbasierte Berichterstattung und orientierten uns in unserer Berichterstattung an den anerkannten Standards journalistischer Sorgfalt, wie sie für alle Qualitätsmedien gelten.“

Thomas Hauer wollte sich zum Vorwurf, dass in seinem gemeinsam mit René Kirschey erstellten Beitrag Verschwörungsnarrative verbreitet werden, auf Anfrage nicht noch einmal schriftlich äußern.

Bleibt nur zu sagen, was Christian Drosten Monate vor Ausstrahlung des Beitrags gegenüber ntv sagte: „Wo ist da das wissenschaftliche Gewicht? Denn ohne wissenschaftliche Auswertungen, sind wir im Bereich von Behauptungen.“


English script*

Fantasy and Pandemic: The Great Murmur at 3sat / nano

Where is the scientific weight? Compared to other topics, it long seemed as if the question of the origin of the coronavirus pandemic played a rather subordinate role in the German-speaking world.

Investigations by ZEIT and Süddeutsche Zeitung on March 12 brought the topic suddenly to prominence in the German discourse. According to these reports, the Bundesnachrichtendienst (BND), Germany's foreign intelligence service, evaluated data in 2020 that suggested a lab origin of the pandemic with a probability of 80 to 95%.

A classified BND report allegedly concluded that there was an 80 to 95% probability of a non-natural origin of the pandemic.

In March, the parliamentary oversight committee of the Bundestag called on the government to publish the BND's findings. Scientists, including virologist Christian Drosten, also demanded the release of the raw data for scientific review. Drosten stated on the broadcaster ntv in March: "We also ask them, as we do all such services, to bring this data to the market of information so that scientists can evaluate it according to these standards. So that we can say: These investigations into the natural origin have been scientifically correct, they have been scientifically questioned and attacked, and they have survived these attacks. So, what is on the other side? Where is the scientific weight? Without scientific evaluations, we are in the realm of assertions."

In mid-April, the Axel Springer publishing house failed in a lawsuit before the Federal Administrative Court in Leipzig to release the BND files. Since then, nothing has happened regarding the origin of SARS-CoV-2. The science program nano on the public broadcaster 3sat saw things differently. On June 30, authors René Kirschey and Thomas Hauer published the segment "The Loud Silence – Did the Pandemic Really Come from the Lab?"

From "close relatives" to Luc Montagnier

Even the short intro before the segment's introduction is telling: "The evidence is mounting that SARS-CoV-2 did not have a natural origin but was built behind the walls of a high-security lab."

Later in the segment, it states: "Particularly striking, however, is another gene section of the virus, the so-called furin cleavage site. It enables the pathogen to perfectly enter human cells. Such furin cleavage sites exist in various viruses, but in its closer relatives, SARS-CoV-2 is the only virus with a furin cleavage site. Was it inserted into the pathogen to make the virus more infectious in humans?"

Friedemann Weber, Director of the Institute of Virology at Justus Liebig University Giessen, said in an interview with me: "When a virologist looks at such a virus, and that's how it was for us when it became clear that SARS-CoV-2 has a furin cleavage site, it made us feel a bit uneasy because this is really a molecular upgrade towards virulence, i.e., making people sick. And that's why there's this discussion about it. The discussion now among 'lab leakers,' those who believe the virus came from the lab, is that it was allegedly inserted. For example, Luc Montagnier claimed this because he found some similarity with HIV sequences, but that has long been debunked as nonsense."

But is there really no virus closely related to SARS-CoV-2 with such a furin cleavage site? Friedemann Weber comments: "Well, first of all, the term 'closer relatives' is not further explained, because it depends a bit on one's own perspective of what is meant by 'closer relatives.' And if you look very closely at the sarbecoviruses, then it's true, there is no complete furin cleavage site. However, SARS-Coronavirus-1, the virus from 2003, already had various so-called variants that were moving in the direction of a furin cleavage site, i.e., they had mutations."

A corresponding classification is not found in the nano segment. In it, epidemiologist Alexander Kekulé also has his say: "There were many arguments, including from Luc Montagnier, a former Nobel laureate whom I greatly respect and also knew quite well personally from the Pasteur Institute. He always said: 'Something was manipulated. There were indications in the virus's genetics that suggested manipulation.'"

I also spoke with one of the segment's authors, Thomas Hauer. In the conversation, he told me that Kekulé's statement was shortened. In full, Kekulé is said to have said the following, as re-enacted by the current editorial team of Radio Corax: "There were many arguments, including from Luc Montagnier, a former Nobel laureate whom I greatly respect and also knew quite well personally from the Pasteur Institute. He always said: 'Something was manipulated. There were indications in the virus's genetics that suggested manipulation.' I looked at this very carefully as a virologist and can only say that these are not even strong indications; everything that was listed only proves that it could have been made in a lab, but it is not evidence that it was made."

Friedemann Weber does not find Kekulé's overall statement much better in light of Montagnier's scientifically refuted hypothesis: "But you can't do anything with that. He also doesn't say that Montagnier is basically talking scientific nonsense. And that's exactly the case. At least statistically speaking. You can't just take this sequence, which is very short, and throw it into databases full of sequences and then have hits and say, 'This is the proof.'

Because something always fits, because these are relatively short sequences. The probability is already very high just from probability. There were several approaches where someone absolutely wanted to prove this.“

Segment maker Thomas Hauer, on the other hand, found some merit in Montagnier's work on the lab origin: "Yes, that's shortened, that might be my fault, I just wanted him to say that he was the first to have doubts... He did say afterwards, 'Well, I didn't think much of his theories,' of course he says that. 'I knew him quite well,' but, no, but with Montagnier, of course, he has also said a lot of nonsense in his research career, but in the areas where he knows his stuff, I believe he must have seen something because he basically discovered the HIV virus and the infection pathway, and he said at the beginning that he found parts, i.e., the HIV in it, and then he thought about whether the original intention was to construct this virus as a vaccine, because there are such considerations, i.e., we build pathogens that function as vaccines. That was basically his prognosis. Whether he was right or not, I don't know, I can't say."

In spring 2020, several fact-checks, including those by Correctiv, The European Scientist, and Health Feedback, concluded that Montagnier's claims about the alleged sequences of the HIV virus in the genome of SARS-CoV-2, regarding an alleged artificial production of the virus, could not be scientifically confirmed. Alexander Kekulé did not respond to inquiries about his opinion on Montagnier's scientifically refuted hypothesis by the editorial deadline.

The "Proximal Origin" paper and the "Lancet letter"

But the nano segment continues with alleged indications that are supposed to point to a lab origin: "One suspicion leads to SARS researcher Ralph Baric of the University of North Carolina, who applied for a patent in 2018 for the artificial alteration of the coronavirus spike protein. Despite the suspicion, an article by respected virologists titled 'The Proximal Origin of SARS-CoV-2' appeared in the journal 'Nature Medicine' in March 2020. They clearly place the origin of the virus in nature, although nothing was clear. Because the virologists are full of doubts. This is evidenced by emails that were later released in the USA."

Ralph Baric applied for his patent as early as 2015; in 2018, it was merely positively reviewed.

More remarkable than this negligible error, however, is how manipulatively the nano segment treats the paper "The proximal origin of SARS-CoV-2" from March 2020. In the paper, the scientists by no means rule out a lab origin 100%, but only a genetic manipulation of the virus and point out that the emergence of further scientific data would naturally mean a change in their position. One can criticize the confusing and sometimes contradictory linguistic presentation of these aspects in different parts of the paper, but the segment does not consider contradictions to its own interpretation of the paper, but absolutizes them.

This continues in the examination of later leaked emails from the scientists involved. An email from Edward Holmes is translated as follows: "It seems to have been prepared from the beginning for spread in humans. It is the epidemiology that I find most worrying."

In the English original, which is even displayed in the segment itself, there is no mention of "prepared," but rather "pre-adapted." Is this a suitable translation? Friedemann Weber finds:

"No, this is one of those cases where you have to say, this is highly manipulative. Pre-adapted means that a virus that occurs in the wild, by pure chance, has properties that enable it to infect humans or animals beyond its normal host organism, and this happens all the time. The avian flu virus is also pre-adapted to infect humans. Just as an example. Or the precursor to the measles viruses was also pre-adapted to jump to humans and stay there. So you experience this all the time. Or think of the Ebola virus, which is not a human virus and yet has properties that allow it to spread massively among humans, as we experienced in 2014. So translating this as if it had been manipulated, that's really a big deal, I have to say."

Philipp Markolin is a former biomedical scientist. Until a few years ago, he was also still open to the possibility of a lab origin of SARS-CoV-2. In the meantime, he has written a book on the topic, which he makes available free of charge on the internet: Lab Leak Fever. During his research for the book, he spoke with various international scientists about the origin of SARS-CoV-2 and says the following about this translation: "From the context, and that's a very long context because you really read through all their private messages, that's about 40, 50 pages, it's quite clear that he didn't mean 'Is this adaptation artificially produced?' and I've spoken to Edward Holmes several times, but he was simply amazed at how quickly this virus exploded and where the virus's ability to already be suitable for the human host came from. And that doesn't mean that it was produced in a lab; we don't even know how to optimize that in a lab for transmission, by the way, no one can do that well in science right now, but simply transmission, for example, through animal hosts, i.e., from the bat, what happened to the virus that it already works so well in humans, and that was, I believe, the background of this, where does this pre-adaptation come from that it can already spread so well in humans."

In general, according to Weber and Markolin, the internal doubts of the scientists involved in the "Proximal Origin" paper, which the nano segment sensationalizes, actually only show one thing: The authors were not, as the segment also insinuates, part of a conspiracy, but rather openly exchanged views on all possibilities and concerns.

Messages from scientists containing contradictory statements, such as from "Proximal Origin" author Andrew Rambaut, who saw natural selection as the most likely explanation without completely ruling out a lab origin in spring 2020, are not mentioned in the segment. A message from researcher Ian Lipkin, which argues in a similar direction, is also neglected.

Thomas Hauer commented on the translation as follows: "Well, I would say that might be a sloppy translation somewhere, but I perceived it that way in the sentence, you know. I can't speak this technical English, you know. That's, that's totally clear, somehow."

The nano segment then turns to a letter in the scientific journal The Lancet from February 2020. The so-called "Lancet Letter" is said to have dismissed alternative explanations for the origin of the pandemic as conspiracy theories, according to the segment.

The temporal context is not considered or classified. Virologist Christian Drosten classified the letter published in The Lancet in February 2020 on the broadcaster ntv in March, among other things, as follows: "What it says is: 'We first want to express our solidarity with the colleagues who are currently personally sacrificing themselves for the patients in hospitals and laboratories,'—note, this was the last week of January, Wuhan was in lockdown—'who are currently personally sacrificing themselves for the patients, getting infected without vaccines, without medicines, and fighting there. While in America,'—this came from American scientists who wrote this note—'political forces are forming here in America that are accusing individual people in science of things that are monstrous. These are simply such serious accusations that they would destroy a person in the American system.' In China, you can't judge. So the focus of the note was: we express our solidarity, we know these people, they are also just humans.

Additionally, it said: 'We also want to condemn spreading such conspiracy theories.' And at that time, the term conspiracy theory was used in all major American media for exactly the same phenomenon in the Washington Post, New York Times. This letter did not set any tone; it already existed long before. We joined in. And then we said: 'Most of these viruses come from nature.' That's all we said about it."

However, geneticist Günter Theißen from Friedrich Schiller University Jena sees a connection between the "Lancet Letter" and the "Proximal Origin" paper in the nano segment: "The authors of the Lancet letter and the 'Proximal Origin' paper were a kind of — really only borderline terms come to mind — clique, a kind of wagon fort, a pack of predators, I don't know, I can hardly express it positively. It was an extremely interest-driven group."

The problem here: Even upon inquiry, Theißen was unable to explain comprehensibly by the editorial deadline what close connection he sees between the signatories of the letter in The Lancet and the scientists of "Proximal Origin".

Peter Daszak, who is considered one of the main initiators of the Lancet Letter, said to me in an interview: "The authors of the „Proximal Origin“ paper were not working with me or our colleagues. They were not, from my memory, on the Lancet letter that we wrote. In fact, they'd been very critical of our research. We competed for funding with those people and those organizations. We didn't talk to them regularly. They were quite critical of the work we were doing, mainly because they were kind of irritated that it was being well funded and well supported. there was, an editorial, I think, in one of the nature journals, criticising the PREDICT project that we were part of by the „Proximal Origin“ authors.

And when the private messages were released by the committee, they were extremely rude about me personally in, in those private... So to say that we were part of a clique with those people is, it's just not true. And it's demonstrably false. And, you know, people should look a bit harder into things before they make, um, allegations like that onto camera. I mean, come on, guys, check the facts.“

Indeed, three of the authors of the later "Proximal Origin" paper criticized the PREDICT project of the EcoHealth Alliance under the former leadership of Daszak in a commentary for the scientific journal Nature in the summer of 2018. In the private messages, authors Robert Garry and Andrew Rambaut joked about Daszak and playfully suggested a comic depiction of Daszak as a mad scientist.

Even some of the authors of the "Proximal Origin" paper themselves never completely ruled out the possibility of a lab origin after publication. When asked about this, segment co-author Thomas Hauer said: "Wait, there is — Ian Lipkin, I think that's the one — he completely distanced himself from the paper and the people."

Neither Philipp Markolin nor I could confirm Hauer's claim that Ian Lipkin had completely distanced himself from the paper or its co-authors in connection with the paper. When asked where he got this information so that I could verify it, Thomas Hauer did not respond by the editorial deadline.

What Hauer could be referring to here is, among other things, a 2023 BBC article according to which Lipkin is said to have expressed criticism that the alleged claim of the scientific paper to completely rule out any lab origin was too strong. When asked about this, Ian Lipkin did not respond by the editorial deadline.

Can one derive a complete distancing from the entire paper and its authors without having spoken to Lipkin? Especially since the BBC article mentions that Lipkin continues to accept the core of the "Proximal Origin" paper and rules out genetic manipulation of the virus. Lipkin thus continues to reject the basic narrative that the nano segment promotes, as we will see shortly.

Valentin Bruttel and the DARPA proposal

But what are the allegedly new indications that nano wants to have found for a lab origin? None of the people I spoke to really became any the wiser. Instead, the nano segment addresses medially long-discussed aspects that are considered refuted in the scientific discourse. For example, it says: "In 2023, a study by bioengineer Valentin Bruttel shows in detail how SARS-CoV-2 was constructed. For the genetics expert, the traces for this are visibly in the genome of the pathogen as a pattern of interfaces."

The study referred to here was not published in 2023, but as early as 2022 as a preprint, and it was not by Valentin Bruttel alone. Involved were also the two American scientists Alex Washburne and Antonius VanDongen.

Three of Bruttel's colleagues from the University Hospital Würzburg had publicly raised criticism of the methodology of the preprint. The American researcher Fuqing Wu also identified methodological deficiencies in the work in a peer-reviewed paper in the scientific journal Environmental Research. A real engagement with this criticism of Bruttel's and colleagues' preprint, however, finds almost no place in the segment.

Thomas Hauer explains the extensive omission of this criticism as follows: "Because I was extremely long at twelve minutes. It just wasn't possible because there was also a discussion in the editorial office, but then it was said that we don't have room for it anyway, we're just showing the documents that are currently being discussed."

When asked about Thomas Hauer's presentation, the nano editorial team merely responded: "That is not correct."

But the criticism of Valentin Bruttel is far from over. On April 29, 2024, he filed a request on the freedom of information platform FragDenStaat to the Julius Maximilian University of Würzburg, demanding the publication of all emails from colleagues who had previously publicly criticized him from the period October to December 2022, provided they contained certain keywords related to his joint preprint.

The University of Würzburg rejected this. When asked about the events and Bruttel's presence in the program on 3sat, a representative of the press office of the University Hospital Würzburg responded in writing: "Freedom of opinion and science is of high value to the University Hospital Würzburg. Within the framework of this freedom, it must be accepted that views are expressed that are the subject of scientific discussion. During the coronavirus pandemic, the University Hospital Würzburg clearly referred to the expert specialists in virology, hygiene, and microbiology at the site and aligned its actions accordingly. Dr. Valentin Bruttel is a scientific employee in the women's clinic of the University Hospital Würzburg. His work on the topic of 'Corona' is not integrated into the research activities of the University Hospital Würzburg. His media presence does not occur within the scope of his official duties at the University Hospital Würzburg, but in a private capacity. Therefore, we will also not issue a statement on this."

Friedemann Weber comments on Bruttel's approach to his colleagues with the FragDenStaat request, among other things, as follows: "I don't know exactly what he's trying to achieve, other than to make life a little more hell for them."

Is Bruttel's approach to colleagues in science usual? David Gorski is a surgical oncologist and professor of surgery at Wayne State University School of Medicine in the USA. As editor-in-chief of the website Science Based Medicine, he deals a lot with medical misinformation and conspiracy theories.

Before our conversation, he only knew, without having seen the segment, that we wanted to talk about the so-called "lab hypothesis." Without explaining to him which work it was about, I wanted to know: How would he feel if he had published a preprint and colleagues then publicly criticized it?

David Gorski: "Well, that's not very good, obviously. Someone with a little bit of humility might say: 'Mhmm, maybe we're on the wrong track here', because it has to be pretty bad for your colleagues to write a letter about like that. That's not how they think of it, though, they think of it as they're being, you know, suppressed or, canceled or, silenced. That's how the conspiracy theorist thinks of it. The scientist might think of it as: 'Whew, where did I go so wrong that they're like', you know.“

Without my mentioning the name of Bruttel or his colleagues involved in the preprint to Gorski, he said about Bruttel's approach to his colleagues at the University Hospital Würzburg: "That sounds like retaliation, obviously. That's like: 'I'm going to get back at them or I'm going to find something that I can use to make them look bad and therefore, make their criticism seem less credible.'“

Friedemann Weber has looked at Bruttel's request on FragDenStaat. He says: "I don't see any real argument here. He just says they 'didn't provide evidence for the claim.' One would have liked to know what exactly he means by that."

But what was this "significant result" that, according to Valentin Bruttel, was ignored by his Würzburg colleagues? When asked, he responded to me by email, among other things: "We investigated whether recognition sequences of gene scissors previously used by the Wuhan Institute of Virology exhibit more mutations than the rest of the genome. This was clearly the case, and the chance that this accumulation occurred naturally was less than 1:1 million according to our calculation. This analysis has since been independently reproduced. This central result was, among other things, completely ignored in the scientific statement by the virologists/microbiologists at my university. I suspect that no German-speaking virologist with whom you speak about my preprint will mention this central result on their own."

Bruttel refers in his response to an alleged independent reproduction and links to an account on the platform X. The anonymous user named "Guy Gadboit" shows an illustration of unknown origin, which Bruttel cites as confirmation. But where does this come from?

As it turns out, the anonymous person "Guy Gadboit" wrote a text that was not even submitted as a preprint, titled "Hotspots of silent mutation in BsaI/BsmBI sites in the SARS-CoV-2 genome." The fact that the text concludes in its conclusion with: "The conclusion is left as an exercise for the reader" should make one skeptical. Independent scientific review looks different.

Bruttel confirmed upon inquiry that the text had not been published and attributed this to an alleged conspiracy by scientists and officials in the field of public health in the United States. Bruttel did not provide clear evidence that his joint preprint or the text by "Guy Gadboit," which was not even submitted as a preprint, was rejected due to a conspiracy.

In the nano segment, it says about the preprint by Bruttel et al., not published in a journal with a scientifically recognized peer-review process: "But the study by Bruttel and his two colleagues was not accepted by any scientific journal. The response from the editorial offices was as simple as could be."

Bruttel: "In our case, the response was very clear: we won't let it go to the review process. We don't want anything to do with it."

Says Valentin Bruttel. However, the segment does not mention the contradictions in Bruttel's presentation. A co-editor-in-chief of a scientific journal that rejected the paper for publication also responded in writing to Bruttel and his colleagues at the time: "My personal concern is that the work is too speculative and that the major conclusions are not supported by robust phylogenetic analyses. (…) Unfortunately, we have reached the stage where we need to accept that we cannot provide high-quality public reviews of your work."

Valentin Bruttel spoke to me about an allegedly suppressed review in connection with his submission to the relevant journal. This one review is indeed full of praise. The problem: This review does not contradict the presentation of the co-editor-in-chief. The scientific review process for research papers, even at the journal in question, is not based on individual reviews.

Bruttel also does not seem to find the core of the criticism entirely convincing. He wrote to me: "I considered this an unimportant, extremely weak, constructed counterargument. Can you explain what phylogenetic analyses are meant here?"

The then co-editor-in-chief responded to my inquiry as follows: "The problem was that there were no phylogenetic analyses. Phylogenetic analyses are important to show that the sequence changes are not compatible with the speed of natural evolution—which is measured by phylogenetic analyses of the entire genome sequence of the virus. Whether Mr. Bruttel is feigning ignorance or does not understand evolution, I do not know. Unfortunately, molecular biology students today no longer learn the basics of modern evolutionary theory. At least Mr. Bruttel has not published in this area to date and is therefore not demonstrably qualified to make statements about whether a virus variant could have arisen through natural evolution or not."

Highly respected scientific journals such as Science or Nature also rejected Bruttel's joint preprint, as he told the Berliner Zeitung in April of this year. For Valentin Bruttel, this is evidence of a large-scale conspiracy against him and his two colleagues.

And nano also smells a big conspiracy: "A research proposal published by DARPA, the scientific authority of the Pentagon, in 2018, proves Bruttel right. It contains a detailed blueprint for the SARS-CoV-2 virus down to the last detail. Order lists even included exactly the enzymes that Bruttel had described for the construction of an artificial virus."

This refers to the proposal named "DEFUSE," which was ultimately not recommended for funding by DARPA. Friedemann Weber has strong doubts that the "DEFUSE" proposal actually contains a complete blueprint for SARS-CoV-2: "We didn't even know the virus yet. So I'd like to see that and would like to know how someone comes to such a hard interpretation. The wording is actually: 'Complete blueprint of SARS coronavirus 2.' That means nucleotide for nucleotide it must be exactly this virus that later broke out in Wuhan."

Friedemann Weber therefore does not see a supposed blueprint in the DARPA proposal. But nano, of course, sees more: "The proposal was submitted in 2018 by Peter Daszak in collaboration with Ralph Baric, the patent holder for the manipulation of the spike protein. The Pentagon rejected funding due to security concerns. But Daszak obtained money from Anthony Fauci of the National Institute of Health, the later chief Corona advisor to the US government."

Peter Daszak, former chairman of the EcoHealth Alliance, who submitted the proposal to DARPA at the time, said to me: "So to say that that we took, because the DARPA proposal didn't get funded, we then went to NIH. It's not true. To say that the DARPA proposal was a plan to create SARS-CoV-2 is ridiculous. And to say that then somehow, Fauci funded this surreptitiously is preposterous. All this stuff is open. It's public. And when you get a grant funded by NIH, it becomes a public document and you can see the details. The DARPA proposal was only not public because it was rejected. And that was that."

Neither Valentin Bruttel nor the author involved in the segment, Thomas Hauer, were able to provide me with sources upon request that prove that the EcoHealth Alliance received money from the National Institute of Health for identical research after the rejection of the DARPA proposal.

Peter Daszak says: "Well, it's just, it's silly. I mean, read the proposal, folks. It's public now because people have leaked it. No, the grant is clear. The goals of the grant, the motives of the grant are to understand what the risk of coronaviruses and bats are and to try and do something about it. I mean, I think that's a worthy goal. In the end, we had a pandemic of that type of virus. You know, these sorts of silly, hyped up, nefarious conspiracies don't do anything to make us safer on the planet. And we're at risk of another coronavirus emerging. And, you know, we have some research coming out soon that talks about another group of coronaviruses in bats that has a high risk across Southeast Asia and China of spillover. And what are we doing about it? Nothing. We're shutting down research."

There is also the implication by the authors of the segment that DARPA rejected the proposal solely due to safety concerns, even though both authors likely had access to the full letter, which suggests that other concerns played a primary role in the decision not to recommend it further. Peter Daszak states: "If they really had concerns that the whole program of work was dangerous, unsafe, well, why did they then come to us after the pandemic began and try and fund some of it? I mean, I've got the emails. They wrote to us and said, you know, we're interested in picking up where we left off and funding some of the different aims of that grant now that we realize this pandemic's begun. So, you know, I don't think there's anything unusual in this. I think that people's interpretations of it are just plain wrong."

Emails provided by Peter Daszak substantiate the process and cast doubt on whether safety concerns were the decisive reasons for the rejection.

Friedemann Weber, independently of the discussion about the DARPA proposal, criticizes the work of Bruttel et al.: "If I look at SARS-CoV-2 and Bruttel's argument about the interfaces that supposedly remain and are remnants of tinkering, you can see that it is totally irregular. Sometimes there are large and sometimes small fragments, and one fragment is even under 1,000 nucleotides, which is absolutely minimal and is located in a place in the genome where it makes no sense to want to easily exchange this piece or anything, but rather it is right in the middle of a gene."

Bruttel responded to me in writing: "If the plan had been to generate just one virus, the interfaces could have been made to disappear and the segments could have been made almost completely uniform. But as all virologists probably kept from you, the plan in the 'DEFUSE' proposal was not to generate just one virus, but to generate many receptor-binding domain and furin cleavage site variants of bat coronaviruses, for which it is extremely useful to leave the interfaces in the genome. This results in a not entirely uniform distribution of the segments."

Additionally, Bruttel stated: "There are about 600 commercially available restriction enzymes. We postulated the use of two of them."

According to Friedemann Weber, Bruttel's answers raise numerous further questions. According to Weber, there are not approximately 600 commercial, but only about 50 commercially available Type IIs restriction enzymes. Weber later also criticized in writing: "The distribution of the interfaces also makes no sense if you want to generate many different viruses. Neither the receptor-binding domain nor the furin cleavage site is flanked by the interfaces he marked. They are simply not suitable for exchanging interesting sites."

Peter Daszak comments on Valentin Bruttel and the role assigned to Daszak himself in the nano segment: "He also in the program talks about not being able to get his papers published. I know from experience, when you get your paper rejected, you feel bitter and angry about it. usually that most scientists do. I'm sure he's very bitter and angry that, that referees reviewed, his paper and said it was no good. But look, that doesn't mean that I am part of a cabal of scientists with people I don't even talk to."

So, the claim that Bruttel and his colleagues were right, as claimed in the segment, based on the EcoHealth Alliance's proposal to DARPA, which was published some time ago, could not be confirmed by me based on the available sources and facts.

To what extent the use of the enzymes and the rejected DARPA proposal are supposed to scientifically support the hypotheses of their preprint remains not only open but is clearly contradicted by facts that are not mentioned in the nano segment.

Instead of scientifically proven and peer-reviewed research, the nano segment continues with conspiracy narratives. It states: "What really happened in Wuhan remains speculation, but there seems to be a connection. As the only Western virologist in the high-security lab there, the Australian Danielle Anderson researched. According to her own statements, she worked on Ebola viruses, but most of her publications deal with SARS viruses. In November 2019, shortly before the outbreak of the pandemic, she disappears from Wuhan. The fact is, her name also appears in the DARPA proposal as the lead research manager."

The impression could be given here, among other things, that Anderson made a secret of her research on SARS-CoV-1, the predecessor of SARS-CoV-2, and viewers might also take away that Anderson was directly responsible for the deaths of millions of people and is now covering it up. But the facts contradict this portrayal once again.

The researcher has her own page on the public website ResearchGate, where all her publications are visible. It is also incorrect to say that most of her publications dealt with SARS viruses.

My own evaluation of Anderson's publications on ResearchGate and a comparison with her listed publications on the scientific database PubMed showed that Anderson published just as frequently on Zika and MERS viruses as on SARS-CoV-1 during her approximate employment in Wuhan between 2017 and the end of 2019.

Insufficient research or even manipulative intent is not something Hauer wants to recognize in conversation with me. He merely refers to a conversation the news site Bloomberg had with Anderson in the summer of 2021 and gives her the responsibility for not mentioning her corresponding research in it: "In her statement, 'I did this and that there,' she could have said: 'Well, I also researched SARS viruses, but I didn't observe anything that could have happened there.'"

For the record: Anderson has a publicly accessible page for her publications, from which her research on SARS-CoV-1 is evident. She also does not only talk about her research on Ebola viruses in the Bloomberg interview but also about Nipah viruses. Hauer also concedes the latter: "Actually, she researched viruses that are in bats as a reservoir. And that's Nipah and, of course, Ebola. But the question remains that I have this 'DEFUSE' paper, and she is listed in it as the lead research manager while she was also in Wuhan. And that's the only thing I show. So I have to say, okay, question. And she will, of course, never say, no matter what happened, 'I was there, I did it.' The answer will always be, 'I don't know, I didn't observe anything.' But you can't do more than that. I can't show this 'DEFUSE' paper somehow, and her name is just in it. And they are, of course, connected; it's a research community."

For the record: The DEFUSE proposal was never further funded or continued. Why Hauer and his colleague did not mention Anderson's publicly accessible research on SARS-CoV-1 in the segment remains unclear.

Hamann: "Wouldn't you still find it fair to ask her?"

Hauer: "Wasn't the case at the moment, so..."

The conversation with Peter Daszak shows why it might be worth asking the alleged conspirators, even if Daszak gives little chance of success to a request to Anderson. He explains that Anderson later simply took a new position in Singapore under the leadership of researcher Linfa Wang: "From my knowledge, she left for a job with Linfa in Singapore. What the video says is she disappeared from Wuhan. No, she left for another job. Don't create a fake narrative when one doesn't exist. And this has been a problem with the lab leak conspiracies throughout the pandemic. is they connect the dots between people and create a false narrative, hype it up with this emotional language. And then the person who's under attack, Daniel Anderson in this case, is reluctant to speak out publicly. Because when you do, you get grilled and it's awful. And you have to be re-traumatized through this stuff over and over again.

She had a very bad time with this. It affected her reputation. She left the job in Singapore in the end after a lot of pressure. And she's trying to ignore it, rightfully so. And the fact that she doesn't speak out means that these narratives can be made more elaborate, more flamboyant and more untruthful. And it's an untruthful narrative. There's nothing nefarious at all about the work she was doing in the Wuhan lab or about her. And the fact that she was on the DARPA proposal is obvious. She worked with Linfa. Linfa is on the DARPA proposal. So, of course, he sends it to one of his top scientists to review and add comments to. Normal behavior."

The virologist Christian Drosten also plays a role in the segment. For example, it says at one point that Drosten belongs to a conspiratorial community of scientists, and it is claimed: "But since the beginning of this year, he suddenly does consider a lab accident at least possible."

In fact, Christian Drosten, as evidenced by various sources from different years, has never completely ruled out a lab accident in public. According to his own statements, he has always considered it possible in principle but not necessarily plausible.

Confronted with this, Thomas Hauer reacted as follows: "You will, of course, always shorten it in such a segment; you don't have a double page in a newspaper somewhere where you can describe everything in detail, but here it was also a special case that we really got a lot of time because the editorial team thought it was an important topic, right, and of course, someone like Christian Drosten, who is a standard scientist, will factor in falsifiability, meaning he will always leave himself a back door, which is also clever."

The claim that Drosten only considered a lab accident as a possibility since the beginning of the year is not only highly manipulative but, according to my research, simply a false claim.

Regarding the assessment of the Federal Intelligence Service (BND) and the role of Christian Drosten, Thomas Hauer, as one of the authors of the nano segment, had something remarkable to say. For understanding: In the following excerpt from our conversation, "Kahl" refers to Bruno Kahl, the former president of the Federal Intelligence Service. When I told Hauer that Christian Drosten himself demanded the public release of the BND's raw data, Hauer said: "I have to say interestingly, okay, he demands it, of course, he needs the raw data, that's right, right? I've just been thinking about it, this is now pure speculation on my part: Drosten was the top advisor to the government from the beginning. If in March 2020, Kahl goes to the Federal Chancellery and puts a paper on the table and says, 'We have found out this and that,' then Drosten is consulted. It can't be that he knows nothing."

But Christian Drosten had already clarified his role regarding the BND report months before the nano segment in the aforementioned conversation with ntv when asked: "I can tell you, I was first invited to it in January, and for me, it was all completely new."

Confusing an indication with evidence

Finally, the segment by Hauer and Kirschey even states: "However, no indications of a natural origin have emerged so far. All clues rather points to a lab accident."

Philipp Markolin, who has been dealing with the origin of SARS-CoV-2 for some time as a former biomedical scientist, has the following to say about this: "That is absolutely false. So I have also written down a few quotes, and this was one of them that I would actually describe as a pretty brazen falsehood. Because you can say there is no definitive proof for a zoonotic origin. Okay, then you are on scientific ground because a scientific proof, and in biology, there are no proofs in this sense anyway. There is evidence, and evidence, of course, suggests something, but proofs, okay, I see, but no evidence or no indications of a zoonotic origin, I think that is a brazen false claim.

If you now look at the lab hypothesis, there is not a single piece of evidence that would practically indicate a lab origin. In fact, a lot of evidence that has been found and verified contradicts most of the scenarios put forward by the lab origin proponents. The feeling of unease is maintained, but the evidence has long since moved on. So by now, there is actually no scientifically tenable lab origin hypothesis that is plausibly consistent with the data we have that has been verified."

And Friedemann Weber, the director of the Institute of Virology at Justus Liebig University Gießen, also sees this claim in the segment as clearly false: "There is a lot of quite recent literature that increasingly resolves this and sees it at this animal market; they were even able to determine the corner where the transmission most likely took place. They found virus sequences, although the Chinese must, of course, be blamed for cleaning and disinfecting the entire animal market and culling the animals so quickly that no traces were left — or they thought no traces were left — and yet people still found sequences of the virus, even though I think they sampled it twice with a considerable time interval, and they found it especially in one corner, which is exactly the corner where these correspondingly susceptible animals were also kept in cages, and they also found DNA of these animals; the patterns match, and they also found DNA sequences of people who were there.

So that's just one of many indications. Apart from the fact that relatives of SARS-CoV-2 are repeatedly found in the wild, and it's probably just a matter of time before the exact ancestor is found, most likely in bats. So from that point of view, it's quite ignorant, I have to say, to claim that there are no indications of a natural origin."

And segment co-author Thomas Hauer? In our conversation, he initially stands by the claim that there are no indications of a natural origin: "Yes, because I have actually followed all the papers that, of course, especially after it became known, how difficult they have been with the Nature Medicine 'Origin' article, constantly releasing studies that, however, initially prove nothing."

However, Hauer contradicts himself several times in our conversation. When asked about empirical observations of the outbreak in Wuhan in connection with the animal market, which indicate a possible natural origin, he backtracks and finally says: "No, no, I do consider that an indication. So I could now be convinced, based on the data available, that the outbreak actually took place at the market. But where does this virus come from?"

When I point out this contradiction, the following happens in our conversation:

Hamann: "Now you have said, yes, that is an indication. But in the segment, you say, as mentioned, there are no indications. How does that fit together now?"

Hauer: "No, for me, that is not an indication that it necessarily comes from nature."

I don't let up and ask again:

Hamann: "I have to ask again, you just said a few minutes ago: 'Yes, that is an indication.' Now you're backpedaling: 'No, it's not an indication after all.' What is it now? Because there is a difference between proof and an indication."

Hauer: "Okay, let's do a bit of language theory. If I say indications, you can take that as an indication that this virus emerged at the wet market, probably brought there by suppliers from the vicinity of these caves, and something happened there. But it's a relatively weak indication compared to the others that exist."

I follow up a little later:

Hamann: "But now you're evaluating the strength of the indication. You can do that, but what I'm wondering is, we're already talking about it being an indication. Now you're saying: 'Yes, but it's a weak indication.' Does that matter at first, when you say in a segment, in a science program, there is no indication. But now you're saying: 'Yes, there is an indication.' Regardless of how strong it is, but there is one. How sensible is it from your point of view to make such a claim? Because doesn't that ultimately weaken the segment?"

Hauer: "That could be, but I think, well, I wouldn't get into that detail now."

When asked why the segment, contrary to scientific discussion, claims there are no indications of a natural origin of the pandemic, the nano editorial team responded in writing: "Based on our research, there are only clues but no reliable proof of a natural origin that is generally recognized."

The words "indications" and "clues" are usually used synonymously in science.

Conclusion

What remains of "The Loud Silence – Did the Pandemic Really Come from a Lab?", the segment by Thomas Hauer and René Kirschey for the science program nano on the public broadcaster 3sat? Upon closer examination, the story that the two tell in their segment about the origin of the pandemic falls apart. But to understand these weaknesses, extensive research and engagement with the misinformation and false information spread therein, among other things, is required. For ordinary viewers, the impression could remain that a sinister conspiracy is afoot.

Philipp Markolin, when asked if the segment spreads conspiracy narratives, says: "I don't need to say much about that; it's unfounded, what they're doing, it's very one-sided, and I also find the framing they're building very concerning. They're constantly taking sides, so I find it absolutely incompatible with scientific evidence."

And for Friedemann Weber, the case is clear, and he summarizes the segment: "Well, you could actually say that this is already heading in that direction, because it’s such an absolute statement from him. He’s saying—putting it diplomatically, or hinting—that it’s basically the reason why poor Mr. Bruttel still hasn’t been able to publish his manuscript.

A similar approach is taken in the report, which brings me back to nano—something I also found manipulative. In the film, they first show the manuscript where the authors conclude: ‘A natural origin is the most likely.’ Then, they present excerpts from emails exchanged among these authors, showing that they discussed the matter with each other. So, the timeline presented is: first the manuscript, then the conclusion of a natural origin, followed by, ‘Oh, but look, here they were discussing and considering a lab origin.’ But in reality, it was the other way around. The discussions naturally preceded the manuscript, and the final result of all these discussions—scientists discuss things, they explore all possibilities and assign probabilities—was the paper. So, the impression is created that internally, people held a completely different opinion from what they published, and to me, that’s a conspiracy theory, because it’s not the case.

As for the report, my point is, first, that it’s extremely one-sided, and apparently, the editors didn’t even check the background of these discussions. Otherwise, they might have invited a few other people. Christian Drosten declined. Apparently, they didn’t ask anyone else. At least, I haven’t heard about it, and I wasn’t asked either. And there are other people—plenty of them—who are knowledgeable about this technology. The current literature on the natural origin of the virus, which is truly extensive and high-quality, was completely ignored. Instead, they claimed: ‘There’s no evidence for a natural origin, while evidence for a lab origin is mounting.’ The only ‘evidence’ for a lab origin that has emerged recently is the obscure BND report, which no one knows what to make of because the raw data isn’t available. That’s pretty weak for a science program."

Ironically, it was probably this very BND report that piqued Hauer and Kirschey’s interest in producing another piece on the topic. Thomas Hauer: "Of course, there are people who know what they’re talking about, and they say, ‘Well, we criticize this and that.’ And then you get drawn into a huge discussion. But our question is simply: What does this damn BND paper say to the government?"

Yet, the BND paper plays almost no role in the report itself. Hauer, who claims not to be committed to any particular origin of the pandemic, says it was also about giving a voice to scientists who allegedly were unfairly silenced: "I actually wanted to focus on how it feels to be attacked and not allowed to publish, or whatever—what kind of attitude do you have then?"

Meanwhile, Valentin Bruttel and Günter Theißen, who Hauer claims were unfairly silenced, are allowed to speak about alleged conspiracies in the report. Bruttel even draws parallels to the abuse scandal in the Catholic Church. Regarding the criticism of his treatment of his research colleagues in Würzburg, he spoke to me of a reversal of perpetrator and victim roles.

What does Danielle Anderson think about being implicated, based on nothing more than assertions, in a possible responsibility for the deaths of millions of people, or at least in covering up the alleged true cause? Or the authors of the “Proximal Origin” paper? Christian Drosten?

About a month after the nano report was published, most of the former authors of the “Proximal Origin” paper wrote a commentary in The Conversation. They clarified that they do not rule out the possibility of a lab origin but that no evidence has yet emerged to confirm it. They also wrote that the idea that SARS-CoV-2 could have come from a lab is not necessarily a conspiracy theory, but they also mentioned being attacked by conspiracy ideologues and defamed by them.

Hauer and Kirschey did not contact any of these scientists for their report, except for Christian Drosten. The reasons Hauer gives are varied. However, all of this leaves the impression that the supposed openness he claimed regarding his stance on the origin of the pandemic is nothing more than what he, in my understanding, accuses scientists like Drosten of: a fig leaf.

He did, however, ask another potential interviewee, who declined—and this person is not exactly known for openness regarding the question of the pandemic’s origin: "I would have liked to have Wiesendanger, but he refused. He says he won’t talk to ZDF anymore. I think it’s terrible what they did to him. I thought it was unfair back then, because no one engaged with his arguments; instead, they attacked him as a person. I find that impossible."

Roland Wiesendanger is a physicist. His alleged arguments for a lab origin were not, as Hauer claims, completely ignored by the media. The WDR Quarks Science Cops examined one of Wiesendanger’s supposed studies in detail in February 2021, assessing its scientific value and significance. Not much scientific merit remained. To claim that no one engaged with it substantively is misleading. ZEIT even met with Wiesendanger in March 2021 and gave him a platform. Their conclusion at the time: Wiesendanger is not a seducer or demagogue, but rather a tragic figure.

In hindsight, this was a remarkable misjudgment, as Wiesendanger has since appeared on various German-speaking conspiracy platforms, including some with far-right and antisemitic leanings.

The nano report has also been positively received in conspiracy circles. For example, the “Children’s Health Defense,” an anti-vaccine organization formerly led by conspiracy ideologue Robert F. Kennedy Jr. — who is now the U.S. Secretary of Health — praised it.

In their 2022 book True Facts — What Really Helps Against Conspiracy Theories, conspiracy belief experts Katharina Nocun and Pia Lamberty write: "All these psychological connections make it clear that belief in conspiracies often has less to do with the supposed conspirators and more to do with the conspiracy believer’s own self."

Beyond that, it doesn’t seem entirely sincere to accuse others of manipulation — or at least imply it — when, as a journalist, you give the impression of acting in the same way.

Similarly, the segment proceeds without mentioning that Valentin Bruttel has at least considered the possibility of a lab origin or accident in two Ebola outbreaks in 2014 and 2021, the MPOX outbreak of 2022, and the emergence of RSV and HIV in the past.

What does Bruttel himself say about this? Are these pandemics and outbreaks, in his opinion, also due to lab accidents? Valentin Bruttel answered me: "No, I see certain molecular indications in these outbreaks that they did not arise purely naturally, and I think this should be systematically investigated."

Philipp Markolin says about this: "This not only contradicts the scientific consensus but also a whole series of underlying data and evidence that dozens, if not hundreds, of scientists have gathered.

Take HIV, for example: the false accusation that the AIDS virus came from a failed polio experiment in monkeys in the 1950s can only be made if you either don't understand that the monkeys in question show a phylogenetically completely different line than those assigned to the HIV family tree.

Or that there is data from 30 years earlier indicating infections before these experiments were even conducted. In fact, the origin of HIV coincides with the first major urbanization in the Congo in Kinshasa, which was called Leopoldville during colonial times, where the AIDS virus established itself in humans through at least four independent jumps from monkeys to humans during this major urbanization.

Ebola is another example. Since the 1970s, Ebola has broken out over 30 times in West Africa, and here too, scientists have shown that Ebola can lead to an outbreak not only through zoonotic jumps but also through 'silent' infections in survivors, which can persist and remain infectious for years, for example, in semen.

If Dr. Bruttel now attributes several Ebola outbreaks to some lab, this unfortunately only shows again a certain tendency on his part, perhaps coupled with a certain willful ignorance, not to take scientific data, often collected under the most difficult conditions, seriously or to simply discard it, in order to instead stipulate his lab origin theories into every possible—and mostly even impossible—gap in our knowledge. For me, this behavior is not compatible with scientific seriousness but rather with the zeal of an activist."

The question of the origin of SARS-CoV-2 remains unresolved, although the evidence currently still points more to a natural origin. The nano segment on the public broadcaster 3sat, however, is certainly not an example of successful science journalism but rather a catastrophic example of how good science journalism should not be.

When asked whether Thomas Hauer and René Kirschey created the segment within the framework of their production company for nano or whether both were responsible as freelance/permanent authors for the creation of the segment for the nano editorial team, and what role or roles the two authors play in the nano editorial team, the nano editorial team merely stated: "We ask for your understanding that we cannot provide information on contractual or production-related backgrounds."

When asked why the criticism of Bruttel et al.'s preprint was not addressed in the segment, the editorial team responded: "The aim of the segment was to describe the evidence for a lab accident and not to contrast the lab thesis with the thesis of a natural origin."

{Repetition of an excerpt from the nano segment}: "However, no indications of a natural origin have emerged so far. All evidence rather points to a lab accident."

At the same time, the nano editorial team responded to a request for a statement on the accusations of spreading conspiracy narratives in the segment as follows: "We reject the accusation of spreading conspiracy narratives. Our goal is to present different scientific positions, especially on complex and controversial topics. We pay attention to balanced and fact-based reporting and orient ourselves in our reporting to the recognized standards of journalistic due diligence, as they apply to all quality media."

Thomas Hauer did not want to comment again in writing on the accusation that the segment he created with René Kirschey spreads conspiracy narratives.

All that remains is to say what Christian Drosten said to ntv months before the segment was broadcast: "Where is the scientific weight? Because without scientific evaluations, we are in the realm of assertions."

{* Mistral AI was utilized in November 2025, to translate the script from german into english.}


Quellenangaben

i. Süddeutsche Zeitung (2025), BND glaubt an Laborunfall als Ausgang der Corona-Pandemie, in: https://www.sueddeutsche.de/politik/corona-bnd-china-li.3217853

ii. ntv Nachrichten (2025), "Will aus bestimmten Gründen nicht allzu viel dazu sagen" - Drosten kommentiert BND-Bericht, in: https://www.youtube.com/watch?v=1uDSpQtdul4

iii. Die Zeit (2025), BND muss Informationen über Corona-Ursprung nicht offenlegen, in: https://www.zeit.de/politik/2025-04/corona-bnd-ursprung-bundesverwaltungsgericht

iv. 3sat, Corona-Pandemie (2025): War doch ein Laborunfall der Auslöser?, in: https://www.3sat.de/wissen/nano/250630-sendung-corona-virus-ursprung-pandemie-verschwoerung-covid19-neue-fakten-zur-labortheorie-nano-100.html

v. Correctiv (2020), Nein, in SARS-CoV-2 wurden nicht im Labor Sequenzen von HIV eingefügt, in: https://correctiv.org/faktencheck/2020/05/20/nein-in-sars-cov-2-wurden-nicht-im-labor-sequenzen-von-hiv-eingefuegt/

vi. European Scientist (2020), No, SARS-CoV-2 does not contain HIV genetic code!, in: https://www.europeanscientist.com/en/big-data/no-sars-cov-2-does-not-contain-hiv-genetic-code/

vii. Health Feedback (2020), Did the COVID-19 virus originate from a lab or nature? Examining the evidence for different hypotheses of the novel coronavirus' origins, in: https://healthfeedback.org/did-the-covid-19-virus-originate-from-a-lab-or-nature-examining-the-evidence-for-different-hypotheses-of-the-novel-coronavirus-origins/

viii. PubChem (2025), Methods and compositions for chimeric coronavirus spike proteins, in: https://pubchem.ncbi.nlm.nih.gov/patent/US-9884895-B2

ix. Nature Medicine (2020), The proximal origin of SARS-CoV-2, in: https://www.nature.com/articles/s41591-020-0820-9

x. Lab Leak Fever (2025), Webseite zum Buch von Philipp Markolin, in: https://www.lab-leak-fever.com/.

xi. USRTK, Leaks der Slack-Nachrichten der "Proximal Origin"-Autoren, in: https://usrtk.org/wp-content/uploads/2023/10/Proximal_Origin_Slack_OCRd.pdf

xii. DocumentCloud (2025), 2-11-20 email, https://www.documentcloud.org/documents/23872597-2-11-20-email/

xiii. The Lancet (2020), Statement in support of the scientists, public health professionals, and medical professionals of China combatting COVID-19, in: https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30418-9/fulltext

xiv. Nature (2018), Pandemics: spend on surveillance, not prediction, in: https://www.nature.com/articles/d41586-018-05373-w

xv. BBC (2023), Covid: Top Chinese scientist says don't rule out lab leak, in: https://www.bbc.com/news/world-asia-65708746

xvi. bioRxiv (2022), Endonuclease fingerprint indicates a synthetic origin of SARS-CoV-2, in: https://www.researchgate.net/publication/364599030_Endonuclease_fingerprint_indicates_a_synthetic_origin_of_SARS-CoV-2

xvii. Informationsdienst Wissenschaft - idw (2022), Wissenschaftliche Stellungnahme aus Anlass aktueller Berichterstattung zur Entstehung von SARS-CoV-2, in: https://idw-online.de/de/news803622

xviii. Environmental Research (2023), Updated analysis to reject the laboratory-engineering hypothesis of SARS-CoV-2, in: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0013935123002736

xix. FragDenStaat (2024), Irreführende Pressemitteilung zur Studie zum Ursprung von COVID, in:https://fragdenstaat.de/anfrage/irrefuehrende-pressemitteilung-zur-studie-zum-ursprung-von-covid/

xx. "Guy Gadboit" (2024), Hotspots of silent mutation in BsaI/BsmBI sites in the SARS-CoV-2 genome, in: https://drive.proton.me/urls/XZJK1APQE8#CafBGjb6FB1X

xxi. Valentin Bruttel (2024), Valentin Bruttel veröffentlicht auf X ein Schreiben des Co-Chefredakteurs sowie Teile eines positiven Gutachtens, in: https://x.com/VBruttel/status/1843729136365502606

xxii. Berliner Zeitung (2025), Corona: Geheimes US-Dokument bestätigt Labortheorie eines deutschen Forschers, in: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/corona-labor-ausgelachter-forscher-bekommt-spaete-bestaetigung-vom-us-geheimdienst-li.2316459

xxiii. DocumentCloud (2025), DEFUSE Proposal, in: https://www.documentcloud.org/documents/21066966-defuse-proposal/

xxiv. Google Docs (2025), Auswertung der veröffentlichten Publikationen von Danielle Anderson nach Forschungsschwerpunkten auf Viren, in: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1F96uMXT8GafMkKU5D77TUwucbzZTn_2XA9-qs7BK4Z0/

xxv. Bloomberg (2021), The Last – And Only - Foreign Scientist in the Wuhan Lab Speaks out, in: https://www.bloomberg.com/news/features/2021-06-27/did-covid-come-from-a-lab-scientist-at-wuhan-institute-speaks-out

xxvi. ntv (2022), Drosten: Laborunfall möglich, aber unwahrscheinlich, in: https://www.n-tv.de/panorama/Drosten-Laborunfall-moeglich-aber-unwahrscheinlich-article23115164.html

xxvii. Süddeutsche Zeitung (2022), Eine Mutation genügt, in: https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/drosten-coronavirus-ursprung-labor-1.5524513

xxviii. NDR (2021), Coronavirus-Update 92: Woher stammt das Virus?, in: https://web.archive.org/web/20210614001443/https://www.ndr.de/nachrichten/info/92-Coronavirus-Update-Woher-stammt-das-Virus,podcastcoronavirus322.html

xxix. BBC (2022), Covid origin studies say evidence points to Wuhan market, in: https://www.bbc.com/news/science-environment-62307383

xxx. The Conversation (2025), How conspiracy theroies about COVID's origins are hampering our ability to prevent the next pandemic, in: https://theconversation.com/how-conspiracy-theories-about-covids-origins-are-hampering-our-ability-to-prevent-the-next-pandemic-261475

xxxi. Quarks.de (2021), Science Cops Folge 7: Corona aus dem Labor?, in: https://www.quarks.de/podcast/science-cops-folge-7-corona-aus-dem-labor/

xxxii. Die Zeit (2021), Roland Wiesendanger: Warum tut er das?, in: https://www.zeit.de/2021/13/roland-wiesendanger-corona-ursprung-labor-china-physikprofessor-universitaet-hamburg

xxxiii. Nocun, Katharina und Lamberty, Pia (2022), True Facts - Was gegen Verschwörungstheorie wirklich hilft, S.20.


Unsere Arbeit ist nur dank eurer Unterstützung möglich. Wir freuen uns immer über Spenden oder Fördermitgliedschaften. Noch besser ist es natürlich, wenn ihr Lust habt selber Radio zu gestalten und freies Radio nicht nur hört und unterstützt, sondern auch macht! Gerne könnte ihr uns jederzeit Feedback geben.

Eine Darstellung des Gemäldes "Die Erschaffung von Adam". Links ein nackter Adam auf einem Hügel, der den Arm ausstreckt in Richtung Arm Gottes und ihn fast mit seinen Fingern berührt. Auf der rechten Seite Gott mit den Engeln im Himmel, aber sein Gesicht ist nicht zu erkennen, weil darüber das 3sat-Logo prangt. In der Mitte des Bildes wo sich eigentlich die Finger von Gott und Adam fast berühren ist eine rote Iris mit einem weißen Fragezeichen in der Mitte, die das O im Wort "nano" bildet. Dahinter in verschiedenen Größen und Farben anwachsend ein Umriss von SARS-CoV-2. (CC 0)