Wer die Wahl und Maduro disqualifiziert, versteht Venezuela nicht

Ende Mai wurde in Venezuela Nicolas Maduro erneut zum Präsidenten gewählt. Die internationalen Reaktionen auf das Ergebnis waren unterschiedlich. Während einige Länder, unter anderem Kuba gratulierten, hat der US-Außenminister Mike Pompeo die Wahl als Schwindel bezeichnet und Sanktionen angekündigt. In Europa und von der Lima-Gruppe wurden Stimmen laut, dass die Wahl undemokratisch abgelaufen sei. Eine andere Sicht auf die Wahl und die Situation in Venezuela hat der linke Sozialwissenschaftler Dario Azzellini. In einem Artikel schrieb er über die Wahl, dass zunächst die Durchführung der Wahlen mitten in der verheerenden wirtschaftlichen und sozialen Situation und unter dem Druck internationaler Drohungen und Zwänge ein Erfolg für Venezuela gewesen sei. Er schrieb auch: "Wer das Wahlergebnis disqualifiziert, wer es nicht versteht, versteht Venezuela nicht". Azzellini kritisiert auch die internationale Medienberichterstattung, in der Venezuela unter Maduro z.T. als Diktatur dargestellt wird. Wie Dario Azzellini zu diesem Urteil steht, wie er die politische Lage im Land einschätzt und wie er die Meldungen über die tausenden flüchtenden Menschen bewertet, die Venezuela gerade verlassen, darüber haben wir uns mit ihm unterhalten.