Zwischen 8. und 9. Mai: Wie die Ukraine an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert

Im Gespräch mit der Historikerin Franziska Davies geht es um die Frage, wie sich die ukrainische Erinnerungskultur zum Zweiten Weltkrieg in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat: Welche Rolle spielen sowjetisches Erbe, nationalsozialistische Gewaltgeschichte, Holocaust und die Suche nach einer eigenständigen historischen Verortung? Wie und warum distanziert sich die Ukraine zunehmend von der sowjetisch-russischen Tradition des 9. Mai als heroischem „Tag des Sieges“? Weshalb gewinnt der 8. Mai als Tag des Gedenkens, der Trauer und der Reflexion an Bedeutung? Das Gespräch fragt danach, wie sich besonders seit 2014 und verstärkt seit dem russischen Angriffskrieg 2022 die Bedeutung dieser Gedenktage verändert hat. Was sagt der Umgang mit dem 8. und 9. Mai über den Kampf um historische Deutungshoheit aus? Franziska Davies ist Co-Vorsitzende der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft. Sie ist Historikerin und Publizistin mit Schwerpunkt auf Osteuropa, insbesondere auf die Geschichte der Ukraine, Polens und Russlands. Sie forscht und schreibt zu Erinnerungskultur, Nationalismus, Gewaltgeschichte und den historischen Hintergründen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.


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