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Antiziganismus in den Medien

Am 21. August letzten Jahres titelt das Hallesche Lokalblatt Mitteldeutsche Zeitung "Brennpunkt Schlosserstraße Anwohner klagen über Roma-Familien". Die ersten Sätze des Artikels lauten "Es ist eher ruhig an diesem Abend in der Schlosserstraße. Roma-Frauen mit Kindern huschen auf dem Gehweg vorbei." Danach zitiert der Journalist unzählige Anwohnerinnen und Anwohner, die sich über die Zustände in dem Wohngebiet beschweren und die auch die Schuldigen für diese Situation kennen: Roma. Im Laufe des Artikels kommt keiner der als Roma bezeichneten Menschen zu Wort. Stattdessen werden ihnen fehlendes Ordnungsbewusstsein, Zuhälterei und Kindesmisshandlung vorgeworfen. Bilder die die Mehrheitsgesellschaft hat werden unkommentiert wiedergegeben und damit reproduziert. Solche Muster untersucht eine Tagung die morgen in Berlin stattfindet. Sie trägt den Titel "Antiziganismus in den Medien". Mitorganisiert hat sie Andrea Wierich die mit Radio Corax gesprochen hat.