Geschichte Migrantischer Selbstorganisation

Der 8. Mai wurde in diesem Jahr von migrantischen und postmigrantischen Gruppen als Tag des Zorns und als Tag des Widerstands ausgerufen. Die breite Mobilisierung sowie die vielen Aktionen und Bündnisse der letzten Monate und Jahre zeigen, dass eine migrantische Selbstorganisation am Erstarken ist und gerade als Migrantifa klar Haltung bezieht. Haltung beziehen - das war auch das Ziel des Zusammenschlusses Kanak Attack Ende der 90er Jahre. Das migrantische Bündnis bewegte linke Diskurse und politisierte migrantische und postmigrantische junge Menschen. Doch die Selbstorganisation von MigrantInnen in Deutschland begann schon viel früher. Wann das war, darüber haben wir uns mit Massimo Perinelli unterhalten. Er ist Referent für Migration bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Zuvor arbeitete er als Historiker an der Universität Köln und hat zu Geschlechter- und Sexualitätsgeschichte publiziert, sowie zu Rassismus und migrantischen Kämpfen. Massimo Perinelli war organisiert bei Kanak Attack und ist Gründungsmitglied der Initiative „Keupstraße ist überall“ und des Aktionsbündnisses „NSU-Komplex auflösen“. Mit ihm sprachen wir anlässlich des 8.Mai als Tag des Zorns über die Geschichte migrantischer Selbstorganisation in der BRD.