Migrantische Selbstorganisation gegen Rassismus und gegen das Vergessen – Vor 35 Jahren wurde Mehmet Kaymakci ermordet

Am 24.Juli 1985 ist Mehmet Kaymakci in Hamburg von drei Neonazis ermordet worden. Der Familienvater wurde nur 29 Jahre alt. Bei einem Kneipenbesuch begegnete er drei jungen Neonazis die ihn getötet haben weil sie ‚einen Türken fertigmachen wollten‘ wie sie später bei der Vernehmung bekannt haben. Der gemeinschaftlich begangene Mord ist äußerst brutal gewesen. Die hamburger Morgenpost beschreibt die Tat so ‚Sie schlugen ihn. Traten ihm ins Gesicht. Immer wieder. Es war purer Hass, der die Täter antrieb. Und als Mehmet Kaymakçi nur noch röchelnd und wahrscheinlich schon sterbend da lag, hoben die drei Täter einen Betonblock an und ließen ihn fallen. Er zertrümmerte den Kopf des 29-jährigen türkischen Maurers.’ Der brutale und rassistische Mord ist kein Einzelfall geblieben. Seit den 1990ern wurden mindestens 200 Menschen in der Bundesrepublik Opfer rechter Gewalt. Beachtung findet diese Kontinuität rechter Gewalt oft wenig. Das diese Ignoranz gegenüber rechter Gewalt gefährlich ist zeigen nicht zuletzt das rassistische Massaker von Hanau und der antisemitische und rassistische Anschlag von Halle. Im zweiten Teil des Gesprächs geht es um die Ursprünge migrantischer Gegenwehr und die Herausforderungen heute. Die Gegenwehr gegen die rechte Gewalt in der Bundesrepublik muss von MigrantInnen und Antifagruppen oft selbst organisiert werden. Der deutsche Staat hat oft wenig Interesse daran Minderheiten vor rechter Gewalt zu schützen. Dazu gehört auch gegen das kollektive Vergessen anzukämpfen. Am Jahrestag des Mordes findet in Hamburg eine Gedenkveranstaltung statt. Veranstaltet wird sie unter anderem von der ‚Initiative zum Gedenken an Ramazan Avci‘ und Faruk Arslan, der beim rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992 Mutter, Tochter und Nichte verloren hat. Radio Corax hat mit den beiden gesprochen.


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