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Stellungnahme der Universität Halle zum rechten Hausprojekt der Identitären

„Wir verstehen es als Affront, dass eine politische Gruppierung durch den Bezug eines Hauses unmittelbar gegenüber dem Steintor-Campus einen nationalistischen Brückenkopf gegenüber akademischer Internationalität und Freiheit errichtet hat und ein potentielles Bedrohungsszenario aufbaut.“

So beginnt ein Offener Brief des Rektorats und des Studierendenrats der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg. Mit dem Brief bezieht die Uni Halle Stellung gegen das rechte Hausprojekt in der Adam-Kuckhoff Straße 16 in Halle. Seit vergangenen Sommer wohnen und agieren an diesem Ort Mitglieder der Gruppe Kontrakultur. Die Gruppe ist ein Ableger der sogenannten neurechten Identitären. Das Haus dient der Vernetzung zwischen Identitären, der rechten Initiative ein Prozent und der AfD. Der Ort des Hauses ist provokativ gewählt – die Identitären versuchen schon seit über zwei Jahren an der Universität Halle für sich zu werben und die Universität ideologisch zu prägen. Die Universität hat sich mit einer Stellungnahme zu diesem Hausprojekt und dem Agieren der Identitären lange zurückgehalten. Nun sah die Leitung der Universität allerdings die Notwendigkeit, diese Stellungnahme zum Haus abzugeben. Vor einer Woche veröffentlichte das Rektorat der MLU gemeinsam mit dem Studierendenrat den Offenen Brief an alle Universitätsangehörigen und die Studierenden.

Wir sprachen mit dem Kanzler der Universität Halle, Markus Leber und einem der Vorsitzenden Sprecher des Studierendenrates Lukas Wanke über den Brief. Zunächst erklärt der Kanzler der Uni die Haltung der Universität zu dem Agieren der Identitären am Campus.