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Zur aktuellen Situation auf dem Mittelmeer und der Kriminalisierung der Seenotrettung

Jugend Rettet ist ein Verein, der sich im Jahr 2015 gründete, um gegen das Sterben im Mittelmeer anzukämpfen. Mit ihrem Schiff IUVENTA retteten die Crew-Mitglieder bereits 14.000 Menschen aus Seenot. Am 01. August 2018 wurde die IUVENTA von der italienischen Seenotleitstelle nach Lampedusa beordert und dort von den Italienischen Behörden präventiv beschlagnahmt. Zur Zeit findet in Italien eine massive Verleumdungskampagne der IUVENTA-Crew durch Politik und Medien statt. Ihnen wird anhand von Bild- und Filmmaterial die Zusammenarbeit mit Schleppern vorgeworfen. Die zweifelhaften Beweise, die die örtliche Nähe der IUVENTA mit Schlepperbooten belegen sollen, stammen teilweise aus dem Umfeld der rechtsextremen Identitären Bewegung. Nach der Beschlagnahmung des Schiffes IUVENTA des Jugend Rettet e.V., ermittelt die italienische Staatsanwaltschaft nun gegen 10 ehemalige Crewmitglieder. Ihnen wird Beihilfe zur illegalen Migration vorgeworfen - nach italienischem Strafmaß drohen bis zu 15 Jahre Haft und mehrere 10.000 Euro Strafe.

Radio Corax sprach mit Clemens von Jugend Rettet e.V. über die aktuelle Situation auf dem Mittelmeer, die Kriminalisierungskampagne gegen die IUVENTA und die humanitäre Katastrophe, die sich derzeit in Nordafrika für MigrantInnen abspielt.