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NSU-Tribunal in Chemnitz & Zwickau

Das Urteil im NSU-Prozess in München wurde vor etwas über einem Jahr gesprochen. Damit wurde der juristische Prozess um den Nationalsozialistischen Untergrund beendet. Auch der parlamentarische Prozess wird nach und nach beendet. Offen bleiben allerdings noch immer zahlreiche Fragen, die weder der NSU-Prozess noch die Untersuchungausschüsse klären konnten und wollten. Es sind Fragen nach dem NSU-Unterstützungsnetzwerk und Fragen nach institutionellen Rassismus bei Polizei und Behörden. "NSU-Komplex auflösen" unter diesem Titel fordern bundesweit Gruppen die umfängliche Aufarbeitung der Mordserie und die Analyse der gesellschaftlichen und sicherheitspolitischen Umstände, unter denen diese Mordserie geschehen konnte. Die Forderungen von "NSU Komplex auflösen" wurden bereits auf zwei Tribunalen als öffentliche Anklagen formuliert. Das erste NSU Tribunal fand 2017 in Köln statt und versammelte 3000 Menschen. Vom 1.-3. November findet in Chemnitz und Zwickau das 3. NSU-Tribunal statt. Dieses trägt den Titel "Solidarität verteidigen. Wir klagen an!" und versammelt vor allem migrantische Perspektiven über die DDR, die Nachwendejahre und die Gegenwart in Ostdeutschland, in Sachsen. Wir haben mit Niels vom Orga-Team des diesjährigen NSU-Tribunals über das Programm und die Motivation gesprochen.